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"Eine Welt im Gleichgewicht ist seit 1972 für den Club of Rome eine Notwendigkeit – für unsere Arbeit im Nachhaltigkeitsrat die Herausforderung."

Max Schön, Mitglied des Rates

10.12.2009

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Nachhaltige Geldanlagen gefangen im „Henne-Ei-Dilemma“

Institutionelle Investoren trauen nachhaltigen Geldanlagen viel zu. Das geht aus einer neuen Umfrage unter europäischen Finanzberatern hervor, ausgeführt vom europäischen Dachverband für nachhaltige Investments, Eurosif. Neun von zehn befragten Beratern großer Investoren erwarten demnach in den kommenden drei Jahren eine steigende Nachfrage seitens öffentlicher oder privater Pensionsfonds nach nachhaltigen Anlagestrategien und -Produkten – und einen damit einhergehenden wachsenden Beratungsbedarf. Die Qualität der Beratungen ist laut Eurosif derzeit aber nicht immer die Beste. Deutsche Investment- und Nachhaltigkeitsexperten beklagen das ebenfalls. Sie sehen aber nicht nur die Anlageberater in der Pflicht.

Nach Ansicht von Claudia Tober, Geschäftsführerin des Forums Nachhaltige Geldanlagen, Berlin, müssen sich auch institutionelle Großanleger klarer mit ihren Wünschen und Vorstellungen in den Anlageprozess einbringen. Angetrieben durch den Klimawandel verlangten zwar immer mehr kapitalstarke Investoren „grüne“ Anlageoptionen, sagt die Volkswirtin. Ihre Vorstellungen davon seien aber oft „nebulös“. Dieses unklare Bild von der eigenen nachhaltigen Anlagestrategie stieße dann häufig auf Finanzberater, die, so Tober, „großen, kapitalstarken Kunden keine Vorgaben für ihre Anlageentscheidung vorsetzen“ wollten.

Die Autoren der Eurosif-Studie sehen das als eine Ursache für das von ihnen so bezeichnete „Henne-Ei-Dilemma“, das zulasten einer weiteren Verbreitung nachhaltiger Anlagemöglichkeiten gehe. Viele Großanleger, so die Autoren, wollten ihr Geld zwar nachhaltiger investieren, könnten ihre Wünsche und Vorstellungen jedoch selten klar und deutlich formulieren. Dadurch gerieten Angebot und Nachfrage ins Stocken: Die Berater institutioneller Investoren – laut Tober oft große Unternehmensberatungen – entwickelten aufgrund der unklaren Vorgaben zu wenig nachhaltige Anlageangebote. Potenzielle Investoren beklagten sich im Gegenzug über diesen Mangel. Dieses Dilemma sei die größte Hürde für die Verbreitung nachhaltiger Geldanlagen, so Eurosif. Abhilfe versprächen klarere Vorgaben der Investoren.

Tober hält es ebenfalls für „absolut notwendig, dass institutionelle Investoren eigene Ziele und Vorstellungen in punkto Nachhaltigkeit entwickeln und formulieren“. Sich nur auf die diesbezüglich ohnehin zögerlichen Berater zu verlassen, reiche nicht. Ähnlich sieht das Ralf Frank von der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) aus Frankfurt am Main. „Auch große Anleger haben oft nur unklare Vorstellungen vom Thema Nachhaltigkeit“, sagt der Geschäftsführer des Berufsverbands deutscher Investment-Professionals. Um nachhaltige Anlageprodukte verstehen zu können, sei auf Kunden- und Beraterseite mehr Wissen über diese Produkte und das Thema Nachhaltigkeit nötig. „Ein Fachbuch lesen reicht nicht“, sagt Frank. Dazu seien viele Finanzprodukte – ob nachhaltig oder nicht – viel zu undurchsichtig, wie die Wirtschafts- und Finanzmarktkrise bewiesen habe.

Investoren jeder Größe, sagt Frank, sollten vor einer Entscheidung für ein nachhaltiges Anlageprodukt zunächst eigene Erwartungen, ihre Risikobereitschaft und auch die Berater prüfen. Letztere sollten nicht nur eine fundierte kaufmännische Ausbildung vorweisen können, sondern darüber hinaus auch eine Spezialisierung in Sachen Nachhaltigkeit. „Nachhaltige Geldanlagen stellen an beide Seiten hohe Anforderungen“, sagt Frank. Und die Qualität der Beratung stehe und falle mit der Qualität der Ausbildung. Das Forum Nachhaltige Geldanlagen macht sich auch deshalb für die Aufnahme von Nachhaltigkeitsaspekten in der kaufmännischen Berufausbildung stark. „Heute“, so Claudia Tober, „spielt Nachhaltigkeit darin keine Rolle“.

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