Direkt zum Inhalt springen

"Die Diskussion um eine nachhaltige Entwicklung muss jetzt die soziale Dimension stärken - für die Menschen der nächsten Generationen."

Marlehn Thieme, stellvertretende Vorsitzende des Rates

16.04.2009

Mehr News zum Thema : Wirtschaft | Kommunikation | Strategie | Medien 

Thieme: Nachhaltigkeitsberichte brauchen bindende Bewertungskriterien

Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen braucht allgemein gültige und bindende Bewertungskriterien, um aussagekräftig und glaubwürdig zu sein. Diese Ansicht vertrat das Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung Marlehn Thieme gegenüber Konzernvertretern und Wissenschaftlern auf einem Workshop des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und des Unternehmensnetzwerks future e.V. Ende März in Berlin.

Die Veranstaltung diente zur Vorbereitung des dritten Rankings der Nachhaltigkeitsberichte der 150 größten deutschen Unternehmen durch das IÖW und future e.V. Die Rangliste wird auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 23. November in Berlin bekannt gegeben. 

„Unternehmerische Verantwortung lohnt sich“, sagte Thieme während des Workshops, und Nachhaltigkeitsberichte können deutlich machen, wie. Voraussetzung sei jedoch ein „verbindlicher Rahmen für den sachgerechten Vergleich“. Nur Vergleichbarkeit und Transparenz schafften „für die Unternehmen jene Glaubwürdigkeit und Beachtung am Markt, die sie mit den Nachhaltigkeitsberichten anstreben“, so Thieme. Um den Nachhaltigkeitsbericht als Instrument zur nachhaltigkeitsorientierten Unternehmensführung zu stärken und an den Finanzmärkten sowie in der öffentlichen Wahrnehmung besser sichtbar zu machen, unterstützt der Rat für Nachhaltige Entwicklung das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte.

Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und das Unternehmernetzwerk future e.V. überprüfen seit Jahren die Qualität der Nachhaltigkeits- und CSR-Berichte der 150 größten deutschen Unternehmen mit einem wettbewerblichen Vergleich der Nachhaltigkeitsberichte auf ihre Aussagekraft. Die Nachvollziehbarkeit von Informationen zum Nachhaltigkeitsmanagement eines Unternehmens steht dabei im Fokus.

Mit einem Ranking der Nachhaltigkeitsberichte kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) wollen die Initiatoren in diesem Jahr erstmals auch die ambitionierte Berichterstattung des deutschen Mittelstandes in Blick nehmen und auf dessen Engagement in Sachen nachhaltigkeitsorientierte Unternehmensführung aufmerksam machen. Die Nachhaltigkeitsberichte deutscher KMU unterscheiden sich zwar in der Form, jedoch nicht zwangsläufig in Qualität und Aussagekraft von Konzernberichten.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Rat für Nachhaltige Entwicklung unterstützen das Ranking der KMU-Nachhaltigkeitsberichte. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Rates, Dr. Volker Hauff, die Schirmherrschaft übernommen.

Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsberichte in eine der beiden Ranglisten einbringen möchten, müssen diese bis spätestens zum 30. Juni 2009 bei future e.V. einreichen. Eine vorläufige Bewertung wird den Teilnehmern im Juli zugeschickt.

Die Preisverleihung für die mittelständischen Unternehmen findet im September in Berlin statt. Zudem wird der Rat für Nachhaltige Entwicklung die Gewinner beider Rankings auf seiner Jahreskonferenz am 23. November in Berlin würdigen.

Quellen

Der Stellenwert von Transparenz und Nachhaltigkeitsberichterstattung im
CSR-Diskurs und die Rolle des Rankings dabei.
Rede von Ratsmitglied Marlehn Thieme beim Workshop zur Kriterienentwicklung im Rahmen des
Rankings der Großunternehmen „Bewertungskriterien des Rankings – Dialog 2009“, 23.03.2009. [PDF, 28 KB]

Zukunftsorientiert und verantwortungsbewusst: Deutscher Mittelstand auf dem Prüfstand. Pressemitteilung des Rates für Nachhaltige Entwicklung, 27.01.2009.

Website zum Ranking der Nachhaltigkeitsberichte der 150 größten deutschen Unternehmen.

Website zum Ranking der KMU-Nachhaltigkeitsberichte.