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"Die Städte werden in Zukunft noch stärker Zentren technologischer und gesellschaftlicher Innovationen sein. Umso wichtiger sind die Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung unserer Städte."

Prof. Dr. Wolfgang Schuster, Mitglied des Rates

09.10.2008

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McKinsey: CCS kann bis 2030 wettbewerbsfähig sein

Kohle ist über die nächsten Jahrzehnte nicht aus der weltweiten Energieversorgung wegzudenken. Eine Methode, mit denen sich die Emissionen dieses Brennstoffes reduzieren lassen, ist die CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS). Wie teuer die  Einführung dieser Technologie wird, hat die Unternehmensberatung McKinsey jetzt nachgerechnet.

Demnach könnte die „saubere“ Kohle bereits ab dem Jahr 2030 wettbewerbsfähig sein. Den Berechnungen McKinseys zufolge könnte der Preis für die Vermeidung einer Tonne CO2 durch neu errichtete CCS-Kraftwerke bis dahin bei 30 bis 45 Euro liegen. Das entspreche etwa dem, was zu diesem Zeitpunkt der Ausstoß einer Tonne CO2 im europäischen Emissionshandelssystem kosten soll.

Unter diesen Vorzeichen könnte sich die Finanzierung von CCS-Kraftwerken selbst tragen, schreiben die Berater. Niedrigere Vermeidungskosten seien möglich, wenn die Technologie in globalem Maßstab vorangetrieben würde. Dem Klima käme das zugute: Laut McKinsey könnte Europa schon 2030 ein Fünftel seiner jährlichen Emissionen durch CCS-Kraftwerke vermeiden. Dafür müssten 80 bis 120 CCS-Projekte verwirklicht werden.

Die Investitionen pro Projekt sind allerdings noch sehr hoch. Schon die Kosten, die beim Bau eines nicht mit der CCS-Technologie ausgerüsteten 900-Megawatt-Kraftwerks anfallen, veranschlagen die Berater für das Jahr 2020 auf rund 1,5 Milliarden Euro. Die Ausstattung des Kraftwerks mit CCS würde diese Kosten noch einmal um 50 Prozent erhöhen. Hinzu kämen die – geringeren – Investitionen in den Transport und die Lagerung der abgeschiedenen Klimagase. 

Um die Klimaschutzpotenziale von CCS-Kraftwerken umzusetzen, müsste die Technologie nach Abschluss der Demonstrationsphasen unmittelbar im Großmaßstab umgesetzt werden, heißt es in dem Bericht. Außerdem schlagen die Autoren zur Kostensenkung die Bildung von CCS-Clustern vor. Sinn mache das beispielsweise im Ruhrgebiet, wo drei Viertel der deutschen Emissionen auf einer Fläche anfallen, die lediglich ein Zehntel des Bundesgebietes ausmacht.

CCS-Cluster könnten zudem dort angesiedelt werden, wo die Akzeptanz für die Technologie am höchsten ist. Bislang, so McKinsey, wird die Technologie von der Öffentlichkeit kaum akzeptiert. Rechtliche Barrieren und unklare Verantwortlichkeiten, etwa hinsichtlich der Überwachung der gespeicherten Klimagase, erschwerten die Technikerprobung zusätzlich.

Auch ist unklar, wie weitere Demonstrationsprojekte finanziert werden sollen. Da während der Erprobungsphase die Vermeidungskosten je Tonne CO2 bei 60 bis 90 Euro lägen, gebe es eine Finanzierungslücke von rund 25 bis 55 Euro je Tonne CO2. Bei einem 300 Megawatt-Demonstrationsprojekt summiere sich das auf 0,5 bis 1,1 Milliarden Euro. Industrie und Gesetzgeber müssten sich hier zusammentun und praktikable Lösungen finden, so die Studie.

Weitere Informationen

Carbon Capture and Storage: Assessing the Economics. Studie von McKinsey, September 2008. [PDF, 404 KB]