28.11.2007
Ranking der Nachhaltigkeitsberichte: Lizenz zur Zukunftsfähigkeit vergeben
Die Gewinner des diesjährigen Rankings der Nachhaltigkeitsberichte stehen fest. „Otto… finden wir gut!“, lässt sich das Ergebnis zusammenfassen. Das Hamburger Unternehmen konnte die Auswertung der Nachhaltigkeitsberichte der 150 größten deutschen Unternehmen für sich entscheiden.
Bekanntgegeben wurden die Ergebnisse Ende November vom Berliner Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Unternehmervereinigung future e.V., die bereits seit 1994 Umweltberichte bewerten. Das diesjährige Ranking wurde mit Unterstützung des Rates für Nachhaltige Entwicklung durchgeführt.
„Der Nachhaltigkeitsbericht von Otto zeichnet sich durch eine hohe Transparenz und Glaubwürdigkeit aus“, erläuterte future e.V.-Geschäftsführer Udo Westermann das Ergebnis. Der Konzern bleibe „nicht bei Absichtserklärungen stehen, sondern benennt konkrete Maßnahmen und Ziele, aber auch Misserfolge. Dies zeichnet eine glaubwürdige Kommunikation aus“, so Westermann weiter.
Auf den nachfolgenden Plätzen liegen der Energieversorger RWE AG und der Chemieriese BASF AG. Der RWE sei es gelungen, einen gut strukturierten Bericht vorzulegen, der die Nachhaltigkeitsbereiche breit darstelle und zudem auf aktuelle Themen wie Klimaschutz und Chancengleichheit eingehe. Der BASF-Bericht fiel insbesondere durch die Darstellung der Ökoeffizienzanalyse positiv auf. Mit diesem selbst entwickelten Instrument prüfe der Konzern seine Produkte bereits in der Entwicklung systematisch auf Nachhaltigkeitsaspekte, lobten die Veranstalter.
IÖW-Projektleiterin Esther Hoffmann stellte ein insgesamt leicht gestiegenes Niveau im Vergleich zum Ranking aus dem Jahr 2005 fest. Dennoch gebe es weiterhin Lücken. Deutsche Unternehmen täten sich nach wie vor etwa bei der Behandlung sozialer Anforderungen schwer. Auch die Wissenschaftlerin Jana Gebauer machte hier den stärksten Entwicklungsbedarf aus.
„Es drängt sich die Frage auf, warum sich Unternehmen scheuen, die soziale Seite der Nachhaltigkeit zu bearbeiten“, fragte Dr. Volker Hauff, Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung, im Rahmen der Preisverleihung. Zwar sei es sehr zu begrüßen, dass die Wirtschaft Nachhaltigkeit zunehmend als „Lizenz zur Zukunftsfähigkeit“ anerkenne. Der demografische Wandel dränge jedoch die soziale Dimension in den Mittelpunkt, Wissenskompetenz und Qualifikation der Fachkräfte müssten daher stärker berücksichtigt werden. Gleiches gelte für das Management der Lieferketten, das bislang kaum Beachtung finde. Diese zwei zentralen Herausforderungen der Zukunft zu ignorieren, „wäre ein großer Fehler“, bilanzierte der Ratsvorsitzende.
Weitere Informationen:
Website zum Ranking der Nachhaltigkeitsberichte 2007
"Nachhaltigkeit und Verantwortung – Otto setzt Maßstäbe in der Berichterstattung"
Pressemitteilung IÖW und future e.V., 21.11.2007
[PDF, ranking-nachhaltigkeitsberichte.de]
"Kompass Nachhaltigkeit – Wirtschaft am Zug"
Rede von Dr. Volker Hauff zur Präsentation des Rankings der Nachhaltigkeitsberichte 2007 durch IÖW und future e.V. im GTZ-Haus
(Berlin, 21.11.2007)
[PDF, 22KB]
Pressemitteilungen:
"Ranking Nachhaltigkeitsberichte 2007: Präsentation der Ergebnisse am 21. November 2007 im GTZ-Haus, Berlin"
(Pressemitteilung und Fotos vom 21.11.2007)

