25.07.2007
Mission Sustainability auf der Zielgeraden
Wer die Herausforderung Nachhaltigkeit annehmen will, muss sich sputen: Denn Mission Sustainability, das diesjährige Kommunikationsprojekt des Rates für Nachhaltige Entwicklung, geht auf die Zielgerade. Neue Beiträge können nur noch bis zum 31. August eingereicht werden.
Über 120 Gruppen oder Einzelpersonen haben die Herausforderung Nachhaltigkeit bislang angenommen. Die Ideen und Themen wurden von Tag zu Tag vielfältiger, das Teilnehmerfeld internationaler. Mittlerweile konnte der Rat mit seinem Ideenwettbewerb Menschen von fast allen Kontinenten gewinnen. Mit dabei sind Teams und Einzelpersonen aus Deutschland, Australien, Bangladesh, Belgien, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Kenia, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Peru, Spanien und den USA.
Gemeinsam ist allen Beiträgen, dass sie kleine, alltagstaugliche Lösungen für oft große Herausforderungen entwickelt haben. Dabei steht nie nur das eigene Wohlbefinden im Mittelpunkt, sondern auch die Verbesserung der Lebenschancen von Menschen in anderen Teilen der Welt. Das Motto „Global denken, lokal handeln“ wird so mit neuem Leben gefüllt.
Etwa von der Schule Wendelsheim, deren Schüler sich ein ganzes Jahr lang ausführlich mit dem Regenwald am Amazonas und den Lebensbedingungen der Menschen vor Ort beschäftigten. Herausgekommen sind dabei gleich mehrere Projekte. So starteten die Schüler und Schülerinnen beispielsweise eine Wiederverwertungs-Aktion für Alupapier. Denn Grundstoff für Aluminium ist Bauxit, und für dessen Abbau werden weiterhin riesige Flächen Regenwald gerodet. In Wendelsheim wird daher nun gebrauchtes Alupapier wieder eingesammelt und an einen Reststoffhändler verkauft.
Eine weitere Schülergruppe aus Wendelsheim hat eine DVD entwickelt, mit der sich junge Menschen über die Schönheit und Verletzlichkeit des Regenwaldes informieren können. Das vom Linden-Museum Stuttgart beauftragte Projekt läuft seit April auch in der dortigen Amazonien-Ausstellung und zeigt altersgerecht, wie der Einzelne zum Schutz des Regenwaldes beitragen kann.
Für den Erhalt wertvoller Waldgebiete machte sich auch ein Teilnehmer aus Indien stark – mit großem Erfolg. Ursprünglich sollten dort in der Region Uttarakhand im südlichen Himalaja 90.000 Bäume – zum Teil mehr als 150 Jahre alt und über 25 Meter hoch – dem Bau von Überlandleitungen weichen. Durch einfache Verbesserungsvorschläge konnten 85 Prozent der Bäume dem drohenden Kahlschlag entgehen.
Schon kleine Verbesserungen können also oft enorme Wirkungen erzielen, wie auch eine Wohngemeinschaft aus Köln zeigt. Die nach eigenen Angaben nachhaltigste WG Kölns bezieht nicht nur Öko-Strom und setzt ausschließlich auf Energiesparlampen. Die Kölner sind auch mit einem Strommessgerät in den eigenen vier Wänden unterwegs und drehen Stromfressern konsequent den Saft ab. Das hilft nicht nur der WG-Kasse, sondern auch dem Klima und der Umwelt.
Ideen für eine zukunftsfähige Welt können noch bis Ende August eingereicht werden. Wer die Herausforderung Nachhaltigkeit annehmen will, muss sein Vorhaben mit einem kurzen Text und einer dazu passenden Illustration auf die Wettbewerbsseite hochladen. Dort können auch die bereits eingereichten Vorschläge aus aller Welt kommentiert und Infos zu den Preisen und Teilnahmebedingungen abgerufen werden.

