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"Die Messung von Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um das Thema in Unternehmen und auf Kapitalmärkten zu etablieren."

Prof. Dr. Alexander Bassen, Mitglied des Rates

09.03.2011

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Uni-Exzellenzinitiative: Elite ohne Nachhaltigkeit

Sieben weitere deutsche Hochschulen können auf den Titel „Elite-Uni“ hoffen: die Humboldt-Universität Berlin, die Unis Bochum, Bremen, Mainz, Köln, Tübingen sowie die Technische Universität Dresden. Die Hochschulen bestanden Anfang März die Vorauswahl der zweiten Runde der sogenannten Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder und haben nun die Chance, in den Kreis besonders geförderter Exzellenz-Universitäten aufzurücken. Mit der Initiative wollen Bund und Länder die Spitzenforschung an deutschen Hochschulen stärken. Forschungen zur Nachhaltigkeit haben es in der Exzelleninitiative allerdings schwer. Nur ein Bruchteil der ausgewählten Forschungsvorhaben befasst sich mit dem Thema. Die Uni Hamburg, die sich mit einem hochschulweiten Nachhaltigkeitskonzept um den Elitestatus beworben hatte, lief ins Leere. Universitäts-Präsident Dieter Lenzen erhebt Vorwürfe gegen die Wissenschaftspolitik der Landesregierung.

Dass der Hauptantrag der Hamburger Hochschule abgelehnt wurde, liegt nach Lenzens Einschätzung an der knappen finanziellen Ausstattung des Wissenschaftsbetriebs in der Hansestadt, an überbordender Bürokratie und zu langen Entscheidungswegen. Das eingereichte Konzept der nachhaltigen Universität, so Lenzen, sei zwar „dem Vernehmen nach für visionär gehalten“ worden. Dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat, die über die Vergabe der Exzellenz-Mittel entscheiden, das Zukunftskonzept der Universität dennoch nicht bedacht hätten, liege am schwachen Profil Hamburgs als Wissenschaftsstadt: Kein Bundesland, sagt Lenzen, gebe weniger für die Forschung aus, unzureichend seien auch die „gesetzlichen Bedingungen für autonomes Handeln der Universität“. Er vermutet, dass die Gutachter deswegen Zweifel befielen, „ob das Zukunftskonzept der Universität wirklich konkretisierbar und umsetzbar sein würde.“

Zu den Gründen der Ablehnung wollte sich der Wissenschaftsrat auf Anfrage zunächst nicht äußern. Die schriftliche Begründung des Ablehnungsentscheids soll den nicht berücksichtigten Universitäten in diesen Tagen zugehen. Mit ihrem Wettbewerbsbeitrag wollte die Uni Hamburg nach eigenen Angaben Forschung, Lehre, Bildung und die Verwaltung der Hochschule am Leitbild Nachhaltigkeit ausrichten. Geplant waren unter anderem drei Zentren zu Forschung, Lehre und Steuerung einer nachhaltigen Universität. Im Vorfeld der Bewerbung um den Elitestatus wurden außerdem mehrere Forschungsschwerpunkte mit Fokus auf Nachhaltigkeit festgelegt. Ein Konsortium aus deutschen und skandinavischen Universitäten sollte sie begleiten. Die Leitung der Uni Hamburg will jetzt prüfen, ob und wie sie diese Vorhaben außerhalb der Exzellenzinitiative umsetzen kann.

Für die Exzellenzinitiative bewilligten Bund und Länder in der ersten Förderrunde bis zum Jahr 2012 1,9 Milliarden Euro. Für die zweite, bis 2017 laufende Runde, stehen weitere 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung. Gefördert werden Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs, Exzellenzcluster zur Spitzenforschung sowie Zukunftskonzepte für den Ausbau der universitären Spitzenforschung. Explizit mit  Nachhaltigkeit beschäftigt sich allerdings nur eine Handvoll der bislang bedachten Exzellenzcluster und Graduiertenschulen: Laut einer Aufstellung des Wissenschaftsrats weisen lediglich fünf der 64 laufenden oder geplanten Forschungsclustern einen unmittelbaren Nachhaltigkeitsbezug aus. Sie arbeiten unter anderem zur Biomassenutzung, zum nachhaltigen Bauen und zur Elektromobilität. Von den 64 geförderten Graduiertenschulen legt eine einzige den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit. Sie wird derzeit von der Humboldt-Universität zu Berlin geplant und soll die Forschung zur nachhaltigen Landnutzung vorantreiben.

Weiterführende Informationen

Erste Entscheidungen in der zweiten Phase der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrats, 02.03.2011.

Exzellenzinitiative für Spitzenforschung an Hochschulen. Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, 02.03.2011.

Sieben Hochschulen im Elite-Finale. Pressemitteilung der Bundesregierung, 03.03.2011.

Die Universität Hamburg zum Zwischenergebnis der Exzellenzinitiative. Pressemitteilung der Universität Hamburg, 02.03.2011.

Derzeit in der Exzellenzinitiative geförderte Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte. Informationen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrates. [PDF, 28 KB]

Neu in die Exzellenzinitiative aufgenommene Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte. Informationen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrates. [PDF, 25 KB]

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