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"Veränderungsprozesse wie der demografische Wandel, die globale Erwärmung, Armut oder auch die Stabilität der Kapitalmärkte müssen nachhaltig adressiert werden."

Dr. Joachim Faber, Mitglied des Rates

16.04.2009

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PISA-Umwelttest: Schule kann Wissenslücken nicht schließen

Die Umwelt steht bei Jugendlichen in den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hoch im Kurs: 90 Prozent aller 15-Jährigen halten Themen wie Luftverschmutzung, Artensterben, Energie- oder Wasserknappheit für wichtig. Ihr Wissen über grundlegende Zusammenhänge hat jedoch klaffende Lücken – die die Schule allein kaum schließen kann.

So sind 35 bis 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler in den 30 OECD-Ländern nicht in der Lage, komplexere Umweltprobleme wie den Klimawandel im Groben zu erklären. Mit 30 Prozent schneiden deutsche Schüler hier nur etwas besser als der Durchschnitt ab. Gut 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler in der OECD-Ländern gelingt es nicht, wenigstens eine Ursache  für sauren Regen zu benennen.

Zu diesen Ergebnissen ist die OECD nach Auswertung der so genannten PISA-Erhebung aus dem Jahr 2006 gekommen. Damals wurden bei den unter 15-Jährigen auch Kenntnisse über und Einstellungen zum Umweltschutz abgefragt. Die neuen Auswertungsergebnisse legte die OECD Ende März vor.

Insgesamt, so die OECD, nimmt die Sorge um die Umwelt mit steigendem Wissen zu. Schülerinnen und Schüler mit geringeren Kenntnissen der Umweltwissenschaften blicken dagegen optimistischer in die Zukunft und glauben eher, dass sich die Umweltsituation in den kommenden Jahren verbessern wird. Nach Ansicht von Experten für Nachhaltigkeit und Bildung ist das für die Durchsetzung neuer Umweltgesetze und den Schwenk zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft kein fruchtbarer Boden.

Dass die Schule die Wissenslücken allein schließen kann, gilt unter Experten als unwahrscheinlich. Auch die OECD-Zahlen legen diesen Schluss nahe. Zwar geben – je nach Thema – zwischen 50 und 70 Prozent der deutschen Jugendlichen an, dass sie ihre Kenntnisse zur Umwelt aus der Schule haben. Eine noch bedeutendere Informationsquelle für deutsche Schüler sind allerdings die Medien – die Umweltthemen oft nur zögerlich aufgreifen.

Ausgeschert ist jetzt die Jugendzeitschrift BRAVO, die mit der Ausgabe 15/2009 die Kampagne „BRAVO goes green“ gestartet hat. Die Redaktion will künftig in der wöchentlichen Berichterstattung über Ursachen und Wirkungen des Klimawandels aufklären und Jugendlichen zeigen, wie sie selbst die Atmosphäre schützen können. Laut OECD dürfte das durchaus einen Nutzen haben. Im Allgemeinen, so die Organisation der Industrieländer, schneiden Schüler bei Testfragen zur Umwelt besser ab, wenn sie ihr Wissen aus mehreren Quellen beziehen.