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"Our society must engage in more intense discussion on what values our lifestyles need to be geared to and on the value of public matters."

Dr. Hans Geisler, Member of the Council

23.05.2012

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AUS DEM RAT FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Essener Energiekonzern RWE unterzeichnet Deutschen Nachhaltigkeitskodex

Der Essener Energiekonzern RWE hat für die Jahre 2010 und 2011 Entsprechenserklärungen zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) vorgelegt. Damit unterstützt die erste deutsche Aktiengesellschaft den vom Rat für Nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufenen Transparenzstandard für nachhaltiges Wirtschaften. Auch die Bundesregierung und ein finanzstarkes deutsches Investoren-Netzwerk machen sich für den DNK stark.

Peter Terium, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RWE AG und im Konzern für Corporate Responsibility verantwortlich, lobt, dass der DNK die Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen transparent und vergleichbar darstellt. Da das Thema Nachhaltigkeit bei RWE einen sehr hohen Stellenwert genieße, unterstütze er den neuen Transparenzstandard. Terium: „Jetzt wäre wünschenswert zu sehen, dass diese Informationen vom Kapitalmarkt bei Investmententscheidungen aufgegriffen werden.“

Erste Großanleger bewegen sich in diese Richtung: Seit Kurzem empfiehlt das deutsche Investoren-Netzwerk der Prinzipien für Verantwortliches Investieren der Vereinten Nationen (UN PRI) seinen Unterzeichnern die Anwendung des DNK. Zu dem deutschen Netzwerk zählen derzeit 30 Konzerne, Investoren und Institutionen, darunter der Rückversicherer Munich Re, der Finanzdienstleister Allianz SE oder die staatliche Förderbank KfW. Sie sind aufgefordert, den DNK bei Anlageentscheidungen und der Dokumentation über die Erfüllung dieser Prinzipien im Kerngeschäft zu berücksichtigen.

UN PRI-Vorsitzender Dr. Wolfgang Engshuber sagt, dass internationale Kapitalanleger immer mehr Nachhaltigkeitskriterien in ihren Anlageentscheidungen beachteten. Auf internationaler Ebene mangele es diesbezüglich aber noch an Transparenz. Weltweit geltende Standards für die Berichterstattung hätten sich noch nicht durchgesetzt. „Der deutsche Nachhaltigkeitskodex ist ein wichtiger Meilenstein und könnte auch für Europa Maßstäbe setzen“, so Engshuber.

Unternehmen und Organisationen können mithilfe des Kodex ihre Nachhaltigkeitsleistung freiwillig messen und in Entsprechenserklärungen dokumentieren. Abgefragt werden zum Beispiel interne Nachhaltigkeitsstrategien und –ziele der Unternehmen, Regeln, Prozesse und Anreizsysteme, die zu ihrem Erreichen installiert wurden oder die Einhaltung grundlegender Arbeitnehmer- und Menschenrechte in der Wertschöpfungskette. In den Erklärungen können die Unternehmen darlegen, wie weit sie diesen Kriterien entsprechen oder begründen, warum sie einem Kriterium nicht oder noch nicht entsprechen.

Entsprechenserklärungen zum DNK vorgelegt haben neben RWE unter anderem der Kölner Einzelhändler REWE, der Hamburger Versandhändler Otto und als erstes öffentliches Unternehmen die Berliner Stadtreinigung. Marlehn Thieme, die Vorsitzende des Nachhaltigkeitsrates, begrüßt dies und sagt, mit einer Entsprechenserklärung zum DNK werde der Stellenwert der Nachhaltigkeit in einem Unternehmen schnell deutlich. „Es genügt nicht, grüne Produkte anzubieten – die Prozesse hinter Produkten und Dienstleistungen sind ebenso wichtig für die Nachhaltigkeitsdebatte.“

Nach dem Willen der Bundesregierung soll der Kodex weiter Schule machen. Ihre politische Unterstützung für den neuen Transparenzstandard hat sie mehrfach bekräftigt. Vertreter des Bundeskanzleramtes erklärten zuletzt Ende April während eines Fachgesprächs mit den Spitzen deutscher Vorreiterunternehmen, die den DNK schon anwenden, dass die Bundesregierung es begrüßen würde, wenn weitere Unternehmen ihrem Beispiel folgten. Außerdem will die Bundesregierung Unternehmen, an denen sie über den Bund Anteile hält, empfehlen, die Anwendung des Kodexes zu prüfen.