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"Sustainability first and foremost means to go beyond immediate utility and think in the long term, which requires assuming responsibility for the future."

Alois Glück, Member of the Council

25.04.2012

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ZukunftsWerkStadt: Bund fördert gute Beispiele nachhaltiger Stadtentwicklung

Stuttgart will mehr Fußverkehr, Konstanz die 2000-Watt-Gesellschaft, Freiburg einen Nachhaltigkeitskompass entwickeln – überall in Deutschland machen sich große und kleine Städte auf den Weg Richtung Nachhaltigkeit. Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) werden ausgewählte Kommunen und Landkreise jetzt im Zuge der Initiative „ZukunftsWerkStadt“ mit bis zu 250.000 Euro auf diesem Weg unterstützt. Die Bürgerinnen und Bürger sollen den Wandel aktiv mitgestalten.

Die Gelder, insgesamt 3,5 Millionen Euro, stammen aus den Töpfen des Wissenschaftsjahrs Zukunftsprojekt ERDE, dessen Fokus dieses Jahr auf der Nachhaltigkeitsforschung liegt. „Die nachhaltige Stadtentwicklung“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan Mitte April bei der Vorstellung der ausgewählten Vorhaben, sei ein „wichtiges innovationspolitisches Feld der Hightech-Strategie 2020“. Ausgewählt wurden die Projekte von einer Expertenjury. 25 Städte und Landkreise hatten sich beworben. 16 konnten sich mit ihren Konzepten durchsetzen. 

Vom BMBF unterstützt wird zum Beispiel die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart, die den Fußverkehr stärken will. Geplant ist unter anderem, Schwachstellen, Hindernisse und Gefahrenquellen für Fußgänger im Stadtgebiet auszumachen und wo möglich zu beseitigen. Die Stadt setzt dabei auf Expertise ihrer Bürger. Fachleute stehen ihnen zur Seite. Außerdem will der Stadtrat Leitlinien für den Fußgängerverkehr entwickeln. Für den Radverkehr gibt es die schon. Seitdem sei dessen Anteil am Verkehrsaufkommen spürbar gestiegen, so Oberbürgermeister Wolfgang Schuster. „Es ist Zeit, dass wir Strukturen schaffen, die der Bedeutung des Fußverkehrs gerecht werden.“

In dem von der süddeutschen Kreisstadt Konstanz vorgelegten Konzept geht es darum, die Stadt gemeinsam mit Bürgern und Wissenschaftlern in eine „2000-Watt-Gesellschaft“ zu wandeln. Das setzt eine massive Senkung des durchschnittlichen Energieverbrauchs voraus. Auf dem Weg dahin können sich die Konstanzer mit ihren Bedürfnissen, Kompetenzen und Anliegen einbringen. Mit dem Vorhaben wolle man einen wichtigen Impuls für die Entwicklung einer Ressourcen schonenden und nachhaltigen Stadt geben, so Oberbürgermeister Horst Frank. Bürgerinnen und Bürger dabei früh zu beteiligen, sei wichtig: „Nachhaltige Entwicklung muss von der gesamten Gesellschaft ausgehen.“

Um Bürgerbeteiligung zur Nachhaltigkeit besser und systematischer organisieren zu können, plant die Stadt Freiburg im Breisgau einen Nachhaltigkeitskompass, dessen Weiterentwicklung jetzt ebenfalls vom BMBF gefördert wird. Für den Kompass werden bestehende Beteiligungsmodelle daraufhin durchleuchtet, wie sie die Mitsprache von Bürgern voranbringen oder hemmen. Auf dieser Grundlage soll dann ein Leitfaden erstellt werden, anhand dessen sich Anliegen aus der Bürgerschaft oder Verbänden besser in kommunalen Entscheidungsprozessen berücksichtigen lassen. Laut Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon eignet sich der Kompass auch für andere Städte.

Von den 16 für die Förderinitiative „ZukunftsWerkStadt“ ausgewählten Kommunen beteiligt sich die Hälfte aktiv am Dialog „Nachhaltige Stadt“, den der Rat für Nachhaltige Entwicklung Anfang 2010 initiiert hat. Neben Freiburg und Konstanz sind das die Städte Bonn, Leipzig, Ludwigsburg, Lüneburg, Münster und Norderstedt. Geplant werden dort zum Beispiel Wege in die Nullemissionsstadt (Norderstedt) oder die Erprobung neuer Modelle der betrieblichen, umweltfreundlichen Mobilität (Bonn). In dem vom RNE initiierten Städtedialog tauschen sich die politischen Spitzen 24 deutscher Kommunen über strategische Fragen der nachhaltigen Stadtentwicklung aus.

Für eine Förderung durch das BMBF konnten sich daneben Bottrop, Göttingen, der Landkreis Harz, Leutkirch im Allgäu, Lübeck sowie der Rhein-Hunsrück-Kreis und der Kreis Unna qualifizieren. Die Projektphase der „ZukunftsWerkStadt“ beginnt laut BMBF im Mai. Erste Ergebnisse sollen auf dem 9. FONA-Forum für Nachhaltigkeit im Herbst vorgestellt und diskutiert werden.

Weiterführende Informationen

Bürger machen ihre Städte nachhaltiger. Pressemitteilung des BMBF, 18.04.2012.

„Zukunftsprojekt ERDE“. Website zum Wissenschaftsjahr 2012.

Stuttgart gewinnt Wettbewerb zum Thema Nachhaltigkeit. Pressemitteilung der Stadt Stuttgart, 19.04.2012.

Auf dem Weg in die 2000-Watt-Gesellschaft. Pressemitteilung der Stadt Konstanz, 18.04.2012.

Freiburg wird in „ZukunftsWerkStadt“ des Bundesbildungsministeriums ausgezeichnet. Pressemitteilung der Stadt Freiburg, 19.04.2012.

ZukunftsWerkStadt: Norderstedt erhält Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Pressemitteilung der Stadt Norderstedt, 18.04.2012. [PDF, 342 KB]

In Bonn lösen Betriebe Verkehrsprobleme. Pressemitteilung der Stadt Bonn, 18.04.2012.

Dialog „Nachhaltige Stadt“. Informationen des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

Strategische Eckpunkte für eine nachhaltige Entwicklung in Kommunen. Von den Oberbürgermeistern im Rahmen des Dialogs „Nachhaltige Stadt“ erarbeitetes Eckpunktepapier, texte Nr. 33, Oktober 2010. [PDF, 2 MB]

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