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"Sustainable consumption behaviour will continue to be embraced merely by a dedicated minority for as long as the wrong incentives are provided and structures fail to support it."

Prof. Dr. Lucia A. Reisch, Member of the Council

02.05.2012

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AUS DEM RAT FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Bundesregierung legt eigenen Unternehmen Nachhaltigkeitskodex ans Herz

Die Bundesregierung will Unternehmen, an denen sie über den Bund Anteile hält, empfehlen, die Anwendung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex DNK zu prüfen. Das erklärten Vertreter des Bundeskanzleramtes am 17. April während eines Fachgesprächs mit den Spitzen deutscher Vorreiterunternehmen, die den vom Rat für Nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufenen Transparenzstandard schon anwenden. Der Vorstoß aus dem Kanzleramt hat es in sich: Der Bund hält Beteiligungen an Hunderten Unternehmen. Folgen die dem Rat der Bundesregierung, müssten sie erklären, wie nachhaltig sie mit öffentlichen Geldern wirtschaften.

Aktuell hält die Bundesregierung laut Beteiligungsbericht 2010 direkt oder indirekt Anteile an 500 Unternehmen. Beteiligt ist der Bund unter anderem an international tätigen Großkonzernen wie der Deutschen Post oder der Deutschen Telekom, an den Flughäfen in Berlin, Köln/Bonn und München, am Duisburger Hafen, an der Bankenholding Hypo Real Estate oder der Asse-GmbH für Betriebsführung und Schließung der Schachtanlage Asse II. Anteile hält der Bund außerdem an zahlreichen Wissenschaftsinstitutionen wie dem Forschungszentrum Jülich oder den Helmholtz-Zentren und an kulturellen Einrichtungen wie den Bayreuther Festspielen.

Diesen Unternehmen will die Bundesregierung jetzt empfehlen, die Anwendung des DNK zu prüfen. Der „Kodex soll weiter Schule machen“, schreibt das Kanzleramt dazu am 25. April. Die Bundesregierung hatte eine Woche zuvor eine Reihe von Unternehmensvertretern nach Berlin eingeladen, um sich mit ihnen über ihre Erfahrungen bei der Anwendung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex auszutauschen. An dem Gespräch im Kanzleramt nahmen Vertreter der Berliner Stadtreinigung teil, der REWE Group, der Otto Group, des TÜV Rheinland und des Outdoorspezialisten VAUDE. Diese Unternehmen und der Recyclingpapierhersteller Steinbeis wenden den DNK bereits an.

Im Kanzleramt betonten die Unternehmensvertreter die Notwendigkeit, Nachhaltigkeit sichtbar und greifbar zu machen. Dies sei im Interesse der Wirtschaft, da Nachhaltigkeit im Wettbewerb eine immer wichtigere Rolle spiele. Der DNK, hieß es weiter, sei ein wichtiges Instrument, um nachhaltiges Wirtschaften transparent und vergleichbar zu machen. Er schaffe Transparenz nach außen, etwa gegenüber dem Finanzmarkt, wirke darüber hinaus auch nach innen und biete Unternehmen gute Orientierung beim Aufbau der betriebsinternen Strukturen für mehr Nachhaltigkeit.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat den Deutschen Nachhaltigkeitskodex in einem zweijährigen Dialog mit Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft als ein freiwilliges Instrument entwickelt und im Oktober 2011 beschlossen. Mit dem Kodex strebt er eine grundlegende Neuausrichtung der Wirtschaft auf eine nachhaltige Entwicklung an. Die Bundesregierung unterstützt diese Stoßrichtung. Während des Gesprächs in Berlin, zu dem auch Vertreter des RNE eingeladen waren, bekräftigten die Vertreter des Kanzleramts die Unterstützung der Bundesregierung für den DNK. Außerdem machten sie deutlich, dass sie es begrüßen würden, wenn weitere Unternehmen den Kodex künftig anwenden.

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex DNK

Mithilfe des Deutschen Nachhaltigkeitskodex können Unternehmen und Organisationen ihre Nachhaltigkeitsleistung freiwillig messen und dokumentieren. Die geschieht anhand von 20 Nachhaltigkeitskriterien, denen je ein bis zwei Leistungsindikatoren zugeordnet sind. Abgefragt werden zum Beispiel Nachhaltigkeitsstrategien und -ziele des Unternehmens, die Regeln, Prozesse und Anreizsysteme, die es zu ihrem Erreichen installiert hat oder die Einhaltung grundlegender Arbeitnehmer- und Menschenrechte in der Wertschöpfungskette. Die Unternehmen legen in Erklärungen dar, wie sie diesen Kriterien entsprechen oder sie begründen, warum einem Kriterium nicht oder noch nicht entsprochen wird. Der Nachhaltigkeitsrat veröffentlicht Entsprechenserklärungen unter www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de. Unternehmen und Organisationen finden dort auch ausführliche Hilfen für den Einstieg in die DNK-Berichterstattung.

Weiterführende Informationen

Nachhaltigkeit schafft Wettbewerbsvorteile. Meldung der Bundesregierung, 25.04.2012.

Die Beteiligungen des Bundes: Beteiligungsbericht 2010. Publikation des Bundesministeriums der Finanzen, April 2011. [PDF, 1,7 MB]

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK). Empfehlungen des Rates für Nachhaltige Entwicklung und Dokumentation des Multistakeholderforum am 26.09.2011. texte Nr. 41, Januar 2012. [PDF. 2,1 MB]

Druckversion des DNK in deutscher und englischer Sprache. Bestellmöglichkeit.

DNK-Entsprechenserklärungen von Unternehmen.

Dialog „Deutscher Nachhaltigkeitskodex“. Informationen des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

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