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"Sustainability and Creation responsibility are, to me, the most viable mainstays on which a future society can be founded."

Hubert Weinzierl, Member of the Council

25.11.2011

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UNEP: „Grünes“ Wirtschaften weltweit auf Wachstumskurs

Der Umbau der Weltwirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit ist keine Gefahr für Wohlstand und Wachstum, sondern kann das globale Bruttosozialprodukt (BIP) sogar erhöhen und Millionen zusätzliche Jobs schaffen. Das ist die Kernaussage eines Mitte November veröffentlichten Berichts des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, UNEP, an dem Hunderte Experten drei Jahre lang gearbeitet haben. Voraussetzung für den Wandel von der „braunen“ zur „grünen“ Weltwirtschaft sind demnach Investitionen in Höhe von zwei Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung in zehn Schlüsselsektoren, entsprechend rund 1.300 Milliarden US-Dollar im Jahr. Weltweit wird immer mehr Geld in die „Green Economy“ gelenkt. Die Volksrepublik China etwa will Nachhaltigkeitstechnologien und erneuerbare Energien in den kommenden fünf Jahren mit 468 Milliarden US-Dollar fördern, das ist mehr als doppelt so viel Geld wie in den vorausgegangenen fünf Jahren. Etliche weitere Staaten verfolgen ähnliche Strategien – und verzeichnen Erfolge.

„Für China ist der Wandel zur ‚Green Economy’ eine strategische Wahl in einer Welt mit zusehends knapper werdenden Ressourcen“, sagt He Bingguang, der in der mächtigen chinesischen Entwicklungs- und Reformkommission für Umweltschutz verantwortlich ist. „Wir haben diese Wahl getroffen.“ Laut UNEP investiert weltweit kein Land mehr in erneuerbare Energien als die Volksrepublik. Der gesamte Umweltschutzsektor werde dank staatlicher Investitionen in Zukunft voraussichtlich mit 15 bis 20 Prozent im Jahr wachsen. Umweltschutzgüter könnten im Jahr 2015 mit 743 Milliarden US-Dollar zur chinesischen Wirtschaftskraft beitragen. 2010 waren es noch 166 Milliarden US-Dollar.

Laut UNEP-Chef Achim Steiner sind Strategien zum nachhaltigen Umbau der Wirtschaft zuletzt sowohl in reichen als auch in armen Ländern „deutlich wichtiger“ geworden. Südafrika hat den Angaben zufolge durch Sanierung von Wasserquellen 25.000 „grüne“ Jobs geschaffen; Brasilien durch Ausrüstung von 500.000 Wohnungen mit Solarheizungen 30.000 neue Arbeitsplätze. Kenia wiederum erhöhte seine Investitionen in „saubere“ Energietechnologien von null im Jahr 2009 auf 1,3 Milliarden US-Dollar 2010. Und in Deutschland, das für seine im Zuge der eingeleiteten Energiewende erhöhten Ausbauziele für erneuerbare Energien gelobt wird, verzeichnet die „grüne“ Energiebranche dem Bericht zufolge bereits einen Fachkräftemangel.

Zwar kann der Wandel zur „Green Economy“ laut UNEP zunächst zu Arbeitsplatzverlusten führen. Mittelfristig würden diese jedoch durch neue „grüne“ Jobs ausgeglichen. In China etwa könnte die Stilllegung alter Kohlekraftwerke 800.000 Menschen ihren Arbeitsplatz kosten. In den kommenden neun Jahren entstünden in der Volksrepublik jedoch allein im Windenergiesektor 2,5 Millionen neue Jobs. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sagt, der Bericht stelle „den Mythos“ infrage, dass Umweltschutz und Wirtschaftswachstum Gegensätze seien. Kluge Politik, so Ban, könne Wachstum, sozialen Fortschritt und würdige Arbeitsplätze schaffen, ohne die Umwelt zu zerstören.

Staatliche Anschubfinanzierungen für den „Kick-start“ in die „Green Economy“ sind laut UNEP ebenso wichtig wie Investitionen des Finanzsektors. Die Politik müsse diesen zu langfristigen Investments ermutigen. Eine weitere Finanzierungsquelle böte zudem die Streichung umweltschädlicher Subventionen. UNEP-Chef Steiner bezifferte ihre Höhe Mitte November bei einer Vorlesung in Berlin auf 500 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Steiner: „Wir haben Unmengen Möglichkeiten – wenn es gelingt, die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik zu mobilisieren.“

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