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"Nachhaltigkeit heißt vor allem, über die momentane Nützlichkeit hinaus langfristig zu denken und entsprechend Zukunftsverantwortung zu übernehmen."

Alois Glück, Member of the Council

18.03.2010

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Töpfer berät Wüstenstromprojekt Desertec

Das Solarenergieprojekt Desertec bekommt einen sachkundigen Fürsprecher: Klaus Töpfer, stellvertretender Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung, wird die Industrieinitiative künftig in Strategiefragen beraten. Das hat die von überwiegend deutschen Solar-, Technologie- und Energieunternehmen getragene Initiative Anfang März bekannt gegeben. Desertec will Solar- und Windenergie in den Wüsten Nordafrikas und des Nahen Ostens erzeugen und einen Teil des dort erzeugten Stroms in die Europäische Union ausführen. Töpfer will sich in dem Projekt für den Interessenausgleich zwischen den Regionen einsetzen. Nur dann habe Desertec eine Chance.

Das Wüstenstromprojekt, sagte Töpfer im Interview mit der Frankfurter Rundschau (FR), könne einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und einer nachhaltigen Energieversorgung leisten. Voraussetzung dafür sei jedoch die Einbeziehung der nordafrikanischen und Nahost-Staaten in die weitere Planung der Wüstenkraftwerke. Desertec habe „überhaupt nur dann eine Chance“, so Töpfer, „wenn es auch den Ländern nützt, in denen der Solar- und Windstrom gewonnen wird“. Die Energiearmut in diesen Regionen müsse überwunden werden, und zwar schnell und ohne fossile Energien. Dazu könne die Industrieinitiative beitragen.

Gründungsmitglieder der Initiative sind unter anderem die Energieversorger RWE und E.ON, das Solarunternehmen Schott Solar sowie der Rückversicherer Munich Re. Mit Desertec wollen sie bis zum Jahr 2050 rund 15 Prozent des europäischen Energiebedarfs sowie einen Teil des Verbrauchs in den Erzeugerländern decken. Bis zu 400 Milliarden Euro könnte das kosten. Töpfer sagte der FR, die beteiligten Unternehmen hätten erkannt, dass die Energieversorgung von bald neun Milliarden Menschen mit Kohle, Gas und Öl nicht funktionieren könne. Dass sie Milliarden investieren wollten, um umzusteuern und nicht abwarteten, sondern handelten, verdiene Lob.

Der ehemalige Leiter des UN-Umweltprogramms UNEP und Gründungsdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam hob gegenüber der Zeitung die wirtschaftlichen Chancen des Wüstenstromprojekts hervor. Die neuen Technologien, die für Desertec benötigt würden, könnten „ein gefragtes Exportprodukt für den Weltmarkt werden“, so Töpfer. Der Geschäftsführer der Industrieinitiative, Paul van Son, meint, entscheidend für künftige Investitionen des Projekts sei ein „regulatorischer Rahmen“ für die beteiligten Regionen.

Anfang März hat Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle bekannt gegeben, dass sein Ministerium das Desertec-Projekt ab sofort mit einer eigenen Arbeitsgruppe unterstützt. Sie soll als Schnittstelle zwischen der Bundesregierung und der Industrieinitiative dienen und Unterstützungsmöglichkeiten erörtern. Desertec, so Brüderle, habe hohe Erwartungen geweckt. Jetzt gehe es darum, die Pläne weiter zu konkretisieren und eine Umsetzungs-Strategie für die nächsten Jahre zu entwickeln. Der Minister sagte dem Projekt unter anderem staatliche Exportförderung zu.

Weiterführende Informationen

Desertec Industrieinitiative gewinnt Prof. Klaus Töpfer als strategischen Berater. Pressemitteilung der Desertec Industrieinitiative, 05.03.2010.

„Afrikanische Länder müssen mitreden.“ Interview der Frankfurter Rundschau mit Prof. Dr. Klaus Töpfer, 15.03.2010.

DESERTEC – Deutsche Wirtschaft engagiert sich für nachhaltige Energieversorgung. Pressestatement des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle, im Anschluss an das Gespräch des Ministers mit Vertretern der Desertec Industrieinitiative und der Desertec Stiftung, 08.03.2010.

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