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"Thinking sustainably means thinking in generations, and thus not just for one’s own personal benefit, but for the benefit of the continuance of our Earth, with new ideas and goals for the future."

Dr. Heinrich Graf von Bassewitz, Member of the Council

22.12.2009

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Neben Desertec plant auch die Weltbank eine Solaroffensive

Die Weltbank bereitet eine milliardenschwere Solaroffensive in fünf Ländern Nordafrikas und des Mittleren Ostens vor. Gemeinsam mit privaten Investoren will sie in Algerien, Ägypten, Jordanien, Marokko und Tunesien rund 5,5 Milliarden US-Dollar in den Aufbau von elf solarthermischen Kraftwerken stecken. Ab 2020 sollen die Demonstrationsprojekte dann rund ein Gigawatt Strom für die Region erzeugen. Global gesehen würde sich die verfügbare Leistung thermischer Solarkraftwerke damit den Angaben zufolge verdreifachen. Als Folge könnten die Kosten für diese erneuerbare Energietechnologie weltweit sinken.

Zuvor hatte ein ähnliches Vorhaben einer Gruppe überwiegend deutscher Unternehmen zum Bau von Solarkraftwerken in Nordafrika unter dem Namen Desertec Aufsehen erregt. Nach diesem Konzept soll ein großer Teil des produzierten Stroms nach Europa geleitet werden, was wegen eines hohen Aufwands etwa für die nötigen Leitungskapazitäten und wegen politischer Konfliktpotenziale in der Region aber auch zwischen nordafrikanischen Ländern und Europa umstritten ist.

Grundsätzlich halten viele Energieexperten, darunter Wissenschaftler des Club of Rome und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), den Bau großer solarthermischer Kraftwerke in der Region jedoch für richtig. Stefan Opitz, Abteilungsleiter für Wasser, Energie und Transport bei der in Nordafrika tätigen Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), bezeichnet die Solartechnik als die „am meisten versprechende erneuerbare Energietechnologie“ für die Region. Von „signifikantem Potenzial“ für die Region spricht auch der Vizepräsident der Weltbank, Shamshad Akhtar. Die mit den von der Weltbank geplanten Demonstrationsprojekten bedachten Länder könnten mit der Solarthermie „eine der größten ungenutzten Energiequellen anzapfen“, sagt er.

Solarthermische Kraftwerke sammeln mit großflächigen Spiegeln Sonnenstrahlen und wandeln sie durch Turbinen in Strom um. Die Technik eignet sich vor allem für Wüstenrandlagen. Das im Sommer von zwölf Konzernen gegründete Wüstenstromprojekt Desertec will diese Technik ebenfalls nutzen: Desertec-Anlagen in Nordafrika sollen mittelfristig 15 Prozent des westeuropäischen Strombedarfs decken.

Noch sind solarthermische Kraftwerke allerdings vergleichsweise teuer. Als Ursache gilt Energieexperten der fehlende Wettbewerb. „Es gibt noch keinen richtigen Markt für diese Kraftwerke“, sagt Werner Platzer vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg. Wolle man den Markt in Gang setzen, seien Investitionsanreize für Unternehmen nötig. Ohne ließen sich die hohen Entwicklungskosten kaum stemmen, meint der Abteilungsleiter Materialforschung und Angewandte Optik am ISE. Für mehr Wettbewerb, sagt Platzer, seien die in von der Weltbank in Aussicht gestellten Mittel ein „wichtiger Baustein“. Die Bank erwartet von ihrer Initiative ebenfalls sinkende Kosten.

Die Desertec Foundation begrüßt die Ankündigung der Weltbank. Sie sei „großartig“, sagt Stiftungssprecher Michael Straub. Er erwartet, dass bei der Umsetzung der Initiative auch Unternehmen zum Zuge kommen, die bei Desertec mitwirken. Zu den Gründungsmitglieder der Industrieinitiative zählen mehrere Solarunternehmen, darunter deutsche Branchenschwergewichte wie Schott Solar oder Solar Millennium. Die Stiftung arbeitet nach eigenen Angaben als Vermittlerin und Beraterin für die am Desertec-Konzept Beteiligten.

GTZ-Fachmann Opitz hält die Anschubfinanzierung der Weltbank für richtig. Kurzsichtig sei es jedoch, „nur über die Technik und die Finanzierung zu reden“. Wolle die Weltbank eine nachhaltige Energie-Infrastruktur aufbauen, müssten die Länder selbst und die Bevölkerung vor Ort einbezogen werden. „Noch wird zu oft über deren Köpfe hinweg entschieden“, sagt Opitz. Die Weltbank habe in ihren fünf Partnerländern „bislang offen gelassen, wie ihre Solar-Offensive sich in die nationalen Energiepläne einfügen soll“.