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"Thinking sustainably means thinking in generations, and thus not just for one’s own personal benefit, but for the benefit of the continuance of our Earth, with new ideas and goals for the future."

Dr. Heinrich Graf von Bassewitz, Member of the Council

28.09.2009

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Brauchen Bauern mehr Geld für den Klimaschutz?

Bauern sollen stärker beim Kampf gegen den Klimawandel unterstützt werden. Das forderte die in der Europäischen Union für Landwirtschaft zuständige Kommissarin Mariann Fischer Boel Mitte September während des informellen EU-Agrarministertreffens im schwedischen Vaxjö. In der Landwirtschaft gebe es noch „eine Menge Potenzial“, so Fischer Boel. Die Landwirte bräuchten Hilfe, um es zu heben. „Ausreichende Anreizmittel“ forderten daraufhin die europäischen Dachverbände der Bauern und ihrer Genossenschaften, Copa und Cogeca. Für Investitionen in den Klimaschutz, so die Interessenvertreter, reiche das Einkommen der Landwirte momentan nicht aus. Mehr Klimaschutz brauche nicht unbedingt mehr Geld, meinen dagegen Nachhaltigkeitsexperten.

„Geld gibt es genug“, sagt Marita Wiggerthale, Agrarfachfrau bei der Berliner Hilfsorganisation Oxfam Deutschland. Ihrer Meinung nach sollten die europäischen Agrarsubventionen für deutsche Bauern, immerhin mehr als fünf Milliarden Euro im Jahr, umgeschichtet werden. Heute, sagt die Politikwissenschaftlerin, werde ein Großteil der Subventionen zur Einkommensstützung der Landwirte eingesetzt. Klimapolitisch sinnvoller sei es, beispielsweise den Anbau von Eiweißpflanzen für die Herstellung von Tierfutter „stärker zu fördern“. Deutschland müsste dann weniger Soja importieren, das habe positive Klimaeffekte. 

„Die Subventionen müssen geschickter eingesetzt werden“, meint auch Martin Hofstetter von der Umweltschutzorganisation Greenpeace, Hamburg. Heute würden sie „vor allem nach der Größe der landwirtschaftlichen Fläche verteilt“, so der Agraringenieur. Zweckmäßiger wäre es, mit dem Geld nachhaltige wirtschaftende Betriebe zu belohnen und Verordnungen zu verschärfen. „Wer Böden mit zu viel klimaschädlichem Stickstoff düngt, muss bestraft werden“, fordert Hofstetter. Das sei eine politische Entscheidung, die nicht mehr Geld erfordere.

Der Deutsche Bauernverband, Berlin, vertritt dagegen die Position, dass die Europäische Kommission zusätzliche Anreize für mehr Klimaschutz zumindest prüfen sollte. Auch sollte sie klären, wie „durch den Klimawandel verursachte Ertragsschwankungen der Landwirte über ein Risikomanagement abgefedert werden können“, fordert der Umweltreferent des Verbandes, Steffen Pingen. Mindestens ebenso wichtig sei aber die „Revitalisierung der Agrarforschung“. Sie sei, so Pingen, zuletzt „zunehmend ausgeblutet“. Forschungsbedarf sieht der Agraringenieur unter anderem beim Züchten von Pflanzen, die sich veränderten Temperaturen anpassen können, oder bei der Entwicklung neuer Bewirtschaftungssysteme.

Mehr Forschung für den Klimaschutz hält auch Simon Michel-Berger für notwendig, Pressesprecher der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL), ein in Berlin ansässiger Zusammenschluss landwirtschaftlicher Verbände, Organisationen und Unternehmen. „Wir müssen erst einmal wissen, welche regionalen Änderungen der Klimawandel nach sich zieht“, sagt der Volkswirt, „und dann die Landwirte vor Ort darüber informieren“. Das sei nicht in erster Linie eine Frage von mehr Geld, sondern der Kommunikation. Eine zweite wichtige Stellschraube sei die Steigerung der Ressourceneffizienz, so Michel-Berger.

Zumindest bei der Rinder- und Schweinemast in Deutschland habe die Steigerung der Effizienz „enge Grenzen“, sagt Bernhard Osterburg. Es seien keine „großen Effizienzsprünge mehr zu erwarten“. Osterburg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Braunschweiger Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), einem Forschungsinstitut des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Beim Schutz des Klimas sieht er auch die Verbraucher in der Pflicht. Solange die Nachfrage nach tierischen Produkten hoch bleibe, blieben das auch die Emissionen der Landwirtschaft, sagt der Agrarökonom. „Ein Rind kriegen wir niemals CO2-frei“. Wer Klimaschutz wolle, so Osterburg, „muss seinen Lebensstil hinterfragen“.

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