Hauff schlug dem Bundeskanzler vor, das Bürgerengagement zur Nachhaltigkeit in Städten und Gemeinden stärker zu ermutigen, weil hier eine große Quelle von innovativer Politik und zivilgesellschaftlicher Verantwortung läge, aber die vielen Initiativen vor Ort ihre Aktivitäten kaum mit der Strategie auf Bundesebene verknüpfen können. Hauff regte auch an, die durchaus vorliegenden guten Beispiele aus Forschung und Wirtschaft besser zu nutzen, um die Leistungsfähigkeit Deutschlands zu der an Nachhaltigkeit orientierten Innovation zu vergrößern. Ferner machte er den Vorschlag, eine Generationenbilanz zu allen wesentlichen Themen der Nachhaltigkeit zu erarbeiten.
Bewertung des Regierungsberichtes zu Fortschritten in der Nachhaltigkeit
Volker Hauff reagierte grundsätzlich positiv auf den von der Bundesregierung vorgelegten Fortschrittbericht 2004 zur Nachhaltigkeit. „Große Sprünge waren nach nur zwei Jahren nicht zu erwarten. Dennoch ist der Fortschrittsbericht richtig“, sagte Volker Hauff, weil er unter Beweis stelle, dass es sinnvoll sei, Nachhaltigkeitspolitik an quantifizierten Indikatoren zu messen sowie Zukunftsthemen wie die Auto-Technik, zum Bild des Alterns in der Gesellschaft oder zum Wohnen in der Stadt zu bearbeiten. Erstmals enthält ein Regierungsbericht, lobte Volker Hauff, „O-Ton-Beiträge aus der Zivilgesellschaft. Der Fortschrittsbericht nimmt die Beiträge des Nachhaltigkeitsrates zum Thema „Fläche“ und zum „gesellschaftlichen Dialog“ sichtbar als Herausforderung an. Das ist hoch einzuschätzen, auch wenn natürlich nicht alle unsere Empfehlungen 1:1 umgesetzt werden. In seinen Schwerpunkten zur Kraftstoffstrategie, zur Energiestruktur und zum Selbstbild der alternden Gesellschaft liest sich der Regierungsbericht, auch gerade mit den sichtbaren offenen Punkten, so spannend wie eine Zukunftswerkstatt. Der Regierungsbericht hat einen wichtigen Prozess auf Seiten der Regierung in Gang gesetzt. Diese Mühe hat sich gelohnt.“
Schwächen zeige die Nachhaltigkeitspolitik in der Verknüpfung von wichtigen Zukunftsthemen, konstatierte der Ratsvorsitzende weiter. Der rote Faden „Nachhaltigkeit“ werde im Regierungshandeln nicht ausreichend erkennbar. Dazu stehe die Nachhaltigkeitsstrategie zu isoliert neben dominierenden Politikfeldern der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Die Agenda 2010 würde aufwändig beworben, die Nachhaltigkeitsstrategie aber nicht. Zielkonflikte würden zu wenig angesprochen, die nötige Auseinandersetzung um die Werteorientierung für die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft bleibt oft aus. „Hier gibt es eine Bringschuld. Deutschland hat noch keinen Zukunfts-TÜV“.
Tausend Teilnehmer besuchten die Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Zu den Hauptrednern gehörte am Nachmittag Bundeskanzler Gerhard Schröder. In den fünf Themenforen Bildung, Nachhaltigkeit als attraktiver Lebensstil, Energie, Medienpolitik und Wohnungspolitik und demografische Entwicklung wurden Zukunftsfragen diskutiert. Der Nachhaltigkeitsrat hat sich unter anderem auch zum Ziel gesetzt, das sperrige Wort „Nachhaltigkeit“ besser zu kommunizieren. Wie das geht, zeigt der Film „Ins Herz der Zukunft“, der in der Jahreskonferenz Premiere hatte.