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"Eine Welt im Gleichgewicht ist seit 1972 für den Club of Rome eine Notwendigkeit – für unsere Arbeit im Nachhaltigkeitsrat die Herausforderung."

Max Schön, Mitglied des Rates

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Zur aktuellen Wirtschaftkrise und Konjunkturpolitik

Berlin, 08.12.2008 - Im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um konjunkturpolitische Maßnahmen äußert sich der Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Dr. Volker Hauff, wie folgt:

„Die gegenwärtige wirtschaftliche Krise hat damit zu tun, dass die Prinzipien der Nachhaltigkeit missachtet wurden. Die Entwicklung der Finanzmärkte und der Automobilindustrie zeigen das deutlich. Deswegen braucht unsere Wirtschaft gerade jetzt eine politische Weichenstellung in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung. Wir müssen die Verantwortung am Kapitalmarkt und für die Geldströme an einer Kultur der Nachhaltigkeit ausrichten. Jetzt, wo die politische Meinungsbildung über eine neue, globale Finanzverfassung in vollem Gange ist, ist mehr Nachdenken über die Zukunft unseres Wirtschaftens gefordert. Hektische Symbolpolitik ist Unsinn.

Die Wirtschaftskrise ist auch eine Krise in den Köpfen derjenigen, die sich auf Konzepte aus der Mottenkiste volkswirtschaftlicher Standards von vorgestern verlassen, die heute allesamt überholt sind.

Wir müssen endlich einsehen: Die Nachhaltigkeit ist kein Krisentreiber, sondern Teil der Lösung für die Wirtschaftsrezession. In modernen deutschen Unternehmen wird das vorgelebt. Zum Beispiel zeigen Osram, Bosch, Henkel, BASF oder tegut wie das geht: Mit Nachhaltigkeit Geld verdienen und nachhaltig Geld verdienen. Unternehmen, die das verstanden haben, sind aber in der Minderheit. Die Politik muss von ihrem Beispiel lernen und die Rahmenbedingungen des Wirtschaftens verändern. Ich empfehle der Bundesregierung, aktiv dabei zu helfen, aus erfolgreichen Einzelfällen ein Markenzeichen für „made in Germany“ zu machen. Konkret: Es geht um Langfristigkeit und Verantwortung, um innovative Infrastruktur, um Ressourceneffizienz, neue Energie, sowie um soziale Nachhaltigkeit.

Die amerikanische Auto-Industrie hat ihre Krise selbst gemacht, weil sie den Trend zur Nachhaltigkeit verleugnet hat. Sie ist nicht Opfer der Finanzkrise. Anders ist kaum zu erklären, warum die großen Autobauer aus Detroit am Bettelstab gehen, während umweltfreundliche Autos als Wachstumsmotor gelten.

In der Wirtschaftskrise gibt es keine Patentrezepte, aber viele von vornherein falsche Wege. Eine nachhaltige Wirtschaftspolitik muss neben einem ambitionierten und großen Umwelt-Paket auch eine soziale Komponente haben, die gezielt den Beziehern von Niedrigeinkommen hilft. Eine generelle Steuersenkung oder gar mit der Gießkanne verteilte Konsumschecks wären keine gute Idee.“

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