Die 100 jüngsten Volksvertreterinnen und Volksvertreter diskutierten drei Tage lang über Nachhaltigkeitsstrategien für eine zukunftsfähige Gesellschaft
Klaus Töpfer fordert: Nachhaltigkeit als Wiederwahl-Argument
Berlin, 16.06.08 - „Was heißt ‚Nachhaltigkeit’ für die junge Politik? Was bedeutet Wirtschaftlichkeit in Kommunen, wenn Langfristkosten berücksichtigt werden sollen? Wie kann die Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen erhalten werden? Wie stellen sich junge Parlamentarier Zukunftspolitik in der Kommune vor?“ Diese Fragen führten unter den 100 jüngsten Kommunalpolitikern Deutschlands zu lebhaften Diskussionen.
Drei Tage lang setzten sich die vom Rat für Nachhaltige Entwicklung geladenen jungen Mandatsträger mit Themen auseinander, die in Kommunen entscheidend für eine zukunftsfähige Entwicklung sind. Arbeiten in kleinen Gruppen, Diskussionen in offenen Runden, flankiert von Inputs von Rednern des Rates für Nachhaltige Entwicklung, aus dem Deutschen Bundestag und aus dem Bundeskanzleramt, Fokusgruppen, die Empfehlungen und Schlussfolgerungen erarbeiteten, führten zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung. Diese wurden von den Teilnehmern z.T. kontrovers geführt, waren aber auch stets vom Konsenswillen getragen. Sie spiegelten z.T. die gesamtpolitische Landschaft wider. In ihren Ergebnissen waren sie, wie ein Teilnehmer formulierte „überparteilich und interfraktionell“. Am Ende stand eine parlamentarische Abstimmung, die Zustimmung und Ablehnung zum Konferenz-Ergebnis verdeutlichte.
Die Fragestunde mit Prof. Klaus Töpfer wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern lebhaft genutzt. Der stellvertretende Ratsvorsitzende stand Rede und Antwort und appellierte an die jungen Politiker, dass Nachhaltigkeit kein Feigenblatt sein dürfe und die Menschen motiviert werden müssten, an einer nachhaltigen Entwicklung mitzuarbeiten. Dazu müsse man zeigen was geht und was bereits erreicht wurde. Der Weg zu zukunftsfähigen Gesellschaft sei lang. Deshalb müsse die Frage „Wie kommen wir dahin?“, immer wieder aufs Neue gestellt werden. Klaus Töpfer forderte die jüngsten Parlamentarier auf, Nachhaltigkeit zu einem Wiederwahl-Argument zu machen.
Die jüngsten Mandatsträger kamen zu neuen Ergebnissen und Empfehlungen. Wichtig war ihnen, dass man über den Tag hinaus denken muss, um die langfristigen Kosten für Gesellschaft und Umwelt zu kalkulieren. Die Notwendigkeit, die Nachhaltigkeit von kommunalen Investitionsentscheidungen eingehend zu prüfen, stand im Vordergrund vieler Debatten. Politik-Innovationen mahnten sie aber auch für die Ebene des Bundes an. Alle Empfehlungen der 100 jüngsten Kommunalpolitiker werden in Kürze in einer Konferenz-Dokumentation auf der Website des Rates für Nachhaltige Entwicklung veröffentlicht.
Die auf der Konferenz gehaltenen Reden, sowie Konferenzfotos und Portraits von einigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sowie Presseeinladung und Pressemitteilungen finden Sie in einer digitalen Pressemappe auf der Website des Rates.
Informationen zur Konferenz:
Website zur Konferenz: www.nachhaltigkeit-vor-ort.de
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