23.05.2006
Flächenversiegelung: Zwei Allianzen, zwei Positionspapiere, ein Ziel
Sowohl eine Koalition aus 15 Natur- und Umweltverbänden als auch ein Bündnis von acht Verbänden und Institutionen aus den Bereichen Landwirtschaft und Umwelt haben jüngst Positionspapiere zur Senkung des Flächenverbrauchs an Verantwortliche in Bund und Ländern übergeben.
Beide Positionspapiere unterstützen die Zielrichtung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, den Flächenverbrauch bis 2020 von derzeit 100 auf 30 Hektar pro Tag zu senken.
Die Allianz der 15 Natur- und Umweltverbände übergab ihr gemeinsames Positionspapier mit dem Titel „Landschaftsverbrauch zurückfahren“ zusammen mit einem Handlungsleitfaden für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung am 18. Mai der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug. Im Leitfaden „Aktiv für Landschaft und Gemeinde!“ werden Bund, Länder und Kommunen angemahnt, im Rahmen einer konzertierten Aktion ein gemeinsames Maßnahmenkonzept zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme zu entwickeln. Insbesondere wird dazu aufgerufen, die Handlungsempfehlungen des Rates für Nachhaltige Entwicklung aufzugreifen. Daneben sprechen sich die Verbände für eine ökologische Reform der Grundsteuer, der Gewerbesteuer und des kommunalen Einkommenssteueranteils aus. An dem Papier haben unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Deutsche Naturschutzring (DNR) und die Naturschutzstiftung WWF mitgewirkt.
Bereits einige Tage zuvor wurde ein gemeinsames Papier von acht Institutionen und Verbänden aus den Bereichen Landwirtschaft und Umwelt mit dem Titel „Entsiegelung bei Neuversiegelung – Eingriffsregelung optimiert anwenden!“ an die Bundeskanzlerin sowie an Verantwortliche in Bund und Länder zugestellt. Sowohl Landwirtschafts- als auch Naturschutzverbände sprechen sich darin für das Prinzip „Entsiegelung bei Neuversiegelung“ aus und fordern Maßnahmen zur optimierten Einbeziehung von brachliegenden Flächenpotenzialen. Neben BUND und NABU haben unter anderen das Umweltbundesamt, das Bundesamt für Naturschutz, der Deutsche Bauernverband und der Verband der Landwirtschaftskammern das Positionspapier mitgezeichnet.

