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"Gesellschaftliches Bewusstsein ist eine treibende Kraft für Nachhaltigkeit. Deshalb müssen wir die Folgen gesellschaftlichen Handelns aufzeigen und die Diskussion nachhaltiger Lösungsansätze öffentlich machen."

Dr. Joachim Faber, Mitglied des Rates

24.08.2005

Kongress: Schwellenländer präsentieren ihre Strategie von Nachhaltigkeit

Wie kann man wirtschaftliches Wachstum auf eine Basis stellen, die für Gesellschaft und Umwelt langfristig tragfähig ist? Diese Frage ist nicht nur für Deutschland, sondern vor allem für viele schnell wachsende Schwellenländer von großer Bedeutung. Mit dem internationalen Projekt „BRICS+G“ haben der Rat für Nachhaltige Entwicklung und die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) mit Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika einen Dialog über zukunftsverträgliches Wachstum und die Umsetzung nationaler Nachhaltigkeitsstrategien angestoßen.

Die Ergebnisse des Dialogs präsentieren hochrangige Vertreter aus den BRICS-Ländern auf dem Jahreskongress des Rates am 6. September in Berlin.

Die Konflikte zwischen Ökologie und Ökonomie, zwischen schnellem Wachstum und langfristiger strategischer Entwicklung, zwischen den Interessen von Industrie, Politik und Umweltschützern sind nicht einfach zu lösen. Das zeigte sich auf allen nationalen Konferenzen, die Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika in den vergangenen Monaten durchgeführt haben. Es zeigte sich auch, dass die einzelnen Länder ihre nationale Nachhaltigkeitsstrategie unterschiedlich in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einbinden. In Russland und China werden die Debatten um eine zukunftsverträgliche Entwicklung bislang von Vertretern aus Politik und Wissenschaft geprägt, Indien, Brasilien und Südafrika bemühen sich dagegen um einen Ansatz, bei dem auch Wirtschaftsvertreter und Nichtregierungsorganisationen eingebunden werden.

Gemeinsam ist allen BRICS-Ländern, dass sie laut GTZ „noch einen steinigen Weg vor sich haben“: Das starke Wirtschaftswachstum bringt einen großen Verbrauch von Energie, Wasser und Rohstoffen mit sich, die Anbauflächen für die Landwirtschaft nehmen stark zu, das Verkehrsaufkommen vor allem in Ballungsräumen steigt exponential. Gleichwohl wollen die Schwellenländer das wirtschaftliche Wachstum im Land auch für die Zukunft sichern und dennoch ihre natürlichen Ressourcen so wenig wie möglich vergeuden. Das Dialogprojekt BRICS hat die Frage nach dem „richtigen“ Wachstum in den Fokus gerückt und deutlich gemacht, dass Nachhaltigkeit kein abstraktes politisches Konzept bleiben darf, sondern sowohl in der Wirtschaft als auch in der Gesellschaft verankert sein muss, um erfolgreich zu sein.