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"Die Städte werden in Zukunft noch stärker Zentren technologischer und gesellschaftlicher Innovationen sein. Umso wichtiger sind die Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung unserer Städte."

Prof. Dr. Wolfgang Schuster, Mitglied des Rates

22.03.2012

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Effizientes Wirtschaften: Politik setzt auf Umweltmanagementsystem EMAS

Damit Rohstoffe und Ressourcen effizienter eingesetzt werden, will die Bundesregierung mehr Unternehmen für Umweltmanagementsysteme gewinnen. Das hat sie sich in ihrem neuem Ressourceneffizienzprogramm ProgRess vorgenommen. Besonders hervorgehoben werden darin die Chancen von EMAS, dem laut Bundesregierung umfassendsten Umweltmanagementsystem. EMAS eignet sich für Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Branche und kann helfen, deren Kosten für Energie und Rohstoffe zu senken. Eingesetzt wird das System deutschlandweit trotzdem nur von rund 1.400 Betrieben, Vereinen oder Verbänden. Ist der Aufwand für die Öko-Zertifizierung zu hoch?

„Der Nutzen einer EMAS-Zertifizierung ist in der Regel deutlich größer als der Aufwand“, sagt Veit Moosmayer, der als Geschäftsführer des Umweltgutachterausschusses beim Bundesumweltministerium (BMU) erster Ansprechpartner für Unternehmen und Organisationen ist, die an einer EMAS-Zertifizierung interessiert sind. „Neueinsteiger, die ihren Betrieb oder Verband erstmals auf Öko-Effizienz durchleuchten, können im ersten Jahr zehn- bis 20-prozentige Einsparungen beim Energie- und Rohstoffverbrauch verbuchen“, sagt er. Von einer EMAS-Umwelterklärung sei es auch nur ein kleiner Schritt zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Überlegungen zu neuen Transparenzpflichten auf europäischer Ebene könnten EMAS-Unternehmen entspannt verfolgen.

Unternehmen, die EMAS bereits einsetzen, haben insgesamt gute Erfahrungen gemacht. „Der EMAS-Einstieg wird tendenziell von unternehmerischem Erfolg begleitet“, heißt es in einer Studie des BMU, für die Unternehmen vor drei Jahren nach ihren Erfahrungen mit dem System befragt wurden. Mehr als die Hälfte der Betriebe hat ihren Umsatz demnach nach Einführung von EMAS steigern können. Einen Umsatzrückgang meldete nur jedes zehnte Unternehmen. „EMAS schafft Transparenz hinsichtlich der Kosten für Energie, Ressourcen oder Abfall und bietet so eine fundierte Grundlage für Effizienzsteigerungen“, sagt Michael Zöller von der Würzburger Beratungsgesellschaft WUQM, die Unternehmen bei der Einführung von EMAS berät. „Effizienzsteigerungen bringen Wettbewerbsvorteile.“

Der direkte geldwerte Vorteil von Umweltmanagementsystemen sei für Firmen, die schon effizient wirtschaften, zwar kleiner als für Neueinsteiger, so Zölller. „EMAS eröffnet aber auch ihnen zusätzliche Privilegien und Fördermöglichkeiten“. Unternehmen werden im Zuge einer EMAS-Zertifizierung von staatlich zugelassenen Umweltgutachtern überprüft. Bescheinigen die dem überprüften Betrieb die Einhaltung der EMAS-Anforderungen, gilt dies als Nachweis für die Einhaltung von Umweltrechtsvorschriften. Auf Bundesebene profitieren diese Unternehmen zum Beispiel von Erleichterungen im Immissionsschutz- und Abfallrecht. Einzelne Bundesländer berechnen geringere Gebühren für immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren. „Das kann sich auf Zehntausende Euro summieren“, so Zöller.

Bettina Heimer vom Verband für nachhaltiges Umweltmanagement (VNU) sagt, dass die unabhängige Überprüfung der Umweltleistung Unternehmen zudem vor Greenwashing-Vorwürfen schützen könne. „EMAS-Umwelterklärungen sind glaubwürdig“, sagt sie. Dass die Bundesregierung das System jetzt stärker fördern wolle, sei deswegen gut. Diese Absicht hätte die Bundesregierung ihrer Ansicht nach aber mit mehr Leben füllen können: Zur EMAS-Förderung sei sie schon durch die EMAS-Verordnung verpflichtet. Was sie mit ProgRess konkret vorhabe, lasse sie im Dunkeln. „Da fehlt Substanz“, so Heimer. 

Gut fände sie in einem ersten Schritt, wenn der Bund seine Förderprogramme zur Energie- oder Ressourceneffizienz besser abstimmt. Unternehmen, die in deren Genuss kommen wollten, müssten oft verschiedene Zertifikate vorweisen. Die Konzentration auf weniger könne mehr sein. EMAS böte sich hier an. Veit Moosmayer vom Umweltgutachterausschuss sagt, der Bund könne auch viel für die Verbreitung von EMAS tun, wenn er zertifizierte Unternehmen bei der Auftragsvergabe durch die öffentliche Hand bevorzugt. Außerdem könnten Bund und Länder selbst mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Behörden nach EMAS zertifizieren. „Das ist bislang aber noch die Ausnahme“, so Moosmayer.

Weiterführende Informationen

Deutsches Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess). Beschluss des Bundeskabinetts vom 29.02.2012. [PDF, 995 KB]

EMAS – Das glaubwürdige Umweltmanagementsystem. Informationen der Geschäftsstelle des Umweltgutachterausschusses, Februar 2010. [PDF, 138 KB]

Offizielle deutsche EMAS-Website.

EMAS in der Praxis – Ergebnisse einer Umfrage (2009). Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums, Oktober 2009. [PDF, 2,9 MB]

Förderungen und Privilegierungen für EMAS-Organisationen. Infobroschüre der Geschäftsstelle des Umweltgutachterausschusses, Oktober 2011. [PDF, 2,2 MB]

Website der Würzburger Beratungsgesellschaft WUQM Consulting.

Website des Verbands für nachhaltiges Umweltmanagement VNU.

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