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"Nachhaltigkeit als Leitidee im Handeln braucht bessere Bildung als Basis, dazu mehr Aktionspartnerschaften und Praxisbeispiele, lokal, regional und international."

Walter Hirche, Mitglied des Rates

20.02.2012

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Nachhaltigkeit und Öko-Innovationen befeuern deutschen Arbeitsmarkt

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Schulden-, Euro- und Wirtschaftskrise robust und wird immer „grüner“: Die Umweltschutzbranche beschäftigt erstmals knapp zwei Millionen Menschen. Die weiteren Aussichten sind rosig, auch dank der Energiewende und der global anziehenden Nachfrage nach deutschen Umwelt- und Klimaschutzgütern. Beschäftigungsfördern wirkt allerdings nicht nur der Verkauf von nachhaltigen Gütern. Der Arbeitsmarkt profitiert auch von deren Einsatz: Unternehmen, die sich intern nachhaltiger aufstellen, schaffen mehr Jobs als Unternehmen, die dies nicht tun. Das haben jetzt Wissenschaftler des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, herausgefunden. Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen schaffen demnach im Schnitt fünf Prozent mehr Arbeitsplätze als konventionell wirtschaftende.

Die ZEW-Forscher haben untersucht, ob in einem Unternehmen mehr Jobs entstehen, wenn dieses Unternehmen Umweltinnovationen einführt, zum Beispiel Maschinen, die weniger Material oder Energie verbrauchen. Je nachhaltiger ein Unternehmen demnach wirtschaftet, desto mehr Jobs schafft es dadurch. Bei den untersuchten Unternehmen, die zum Energiesparen auf nachhaltigere Produkte und Prozesse setzten, lag der Beschäftigungszuwachs im Schnitt bei acht Prozent. Solche, die auf Materialeinsparungen setzten, kamen auf ein durchschnittliches Beschäftigungsplus von sieben Prozent. Unternehmen, die zwar innovativ waren, aber auf „grüne“ Innovationen verzichteten, verzeichneten demgegenüber nur ein Beschäftigungsplus von drei Prozent.

Für die Untersuchung wurden rund 2.100 Unternehmen in Deutschland befragt. Öko-Innovationen, sagt ZEW-Forscher Klaus Rennings, steigerten die „Wettbewerbsfähigkeit der innovierenden Unternehmen, ihr Absatz nimmt zu und ihre Nachfrage nach Personal zieht an“. Außerdem seien durch sie Verbesserungen bei der Produktqualität denkbar. Nicht untersucht wurde in der Studie, wie stark sich der Beschäftigungseffekt durch Einführung „grüner“ Produkte und Prozesse im Zeitverlauf auf den deutschen Arbeitsmarkt ausgewirkt hat. „Da Unternehmen Energie und Materialien hierzulande zunehmend effizienter einsetzen, dürfte der Jobeffekt von Öko-Innovationen über die Zeit gerechnet signifikant sein“, so Rennings. 

Nicht nur nachhaltig wirtschaftende Unternehmen befeuern den deutschen Arbeitsmarkt. Er profitiert auch von der globalen Nachfrage nach deutschen Umweltschutzgütern. Die Branche wächst überdurchschnittlich und erreichte 2008 ein Volumen von fast 76 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil am Welthandel von 15 Prozent. Bundesumweltminister Norbert Röttgen sagte Ende Januar, diese Erfolge seien auch „Rahmensetzungen in der Umwelt- und Energiepolitik“ zu verdanken. Durch die Energiewende werde sich das Jobwachstum „noch deutlich beschleunigen“. Viel Lob für den eingeschlagenen Weg erntete die Bundesregierung jüngst von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD.

„Langfristig“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría Mitte Februar in Berlin, „könnte Deutschland eine der ‚grünsten’ und effizientesten Volkswirtschaften der Welt werden“. Um das „grüne“ Wachstum nicht zu gefährden, müsse die Bundesregierung allerdings die für den weiteren Umbau benötigten Gelder möglichst effizient einsetzen. Gurria sprach sich unter anderem für den Abbau umweltschädlicher Subventionen aus. 

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