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"Die Wirtschaft muss beim Thema Nachhaltigkeit vorangehen – technische Innovationen und gesellschaftliche Verantwortung sind gleichberechtigte Schlüssel für unternehmerischen Erfolg."

Dr. Eric Schweitzer, Mitglied des Rates

04.10.2011

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AUS DEM RAT FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Repnik: Wirtschaft muss Rahmen für nachhaltiges Wirtschaften einfordern

Die deutsche Wirtschaft muss nach Ansicht von Hans-Peter Repnik, Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) der Bundesregierung, deutlich stärker auf einen dauerhaft tragfähigen politischen Rahmen für nachhaltige Wirtschaftsweisen drängen, wenn sie sich nicht selbst schaden will. Das sagte Repnik am 26. September in Frankfurt am Main gegenüber Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, Verbänden, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Der RNE beriet mit ihnen über die Implementierung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex DNK. Das vorherrschende Wirtschaftsmodell bezeichnete der Ratsvorsitzende in seiner Rede in Anlehnung an den Soziologen Lord Ralf Dahrendorf als „Pumpkapitalismus“. Dieser erwirtschafte Profite auf dem Rücken anderer und koste „im schlimmsten Fall die Welt“. Ein Wandel zur Nachhaltigkeit sei deswegen unausweichlich. Wer sich ihm verweigere, statt ihn mitzugestalten, riskiere zu scheitern.

Der RNE-Vorsitzende verwies in Frankfurt am Main unter anderem auf die anhaltende Überausbeutung natürlicher Ressourcen. Diese und weitere nicht-nachhaltige Entwicklungen zwängen Wirtschaft und Gesellschaft zu einem grundlegenden Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit. In Deutschland hätten das viele Unternehmen erkannt und begonnen, sich zukunftsfähig aufzustellen, so Repnik. Auf diesem Weg wolle der RNE sie mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex unterstützen. Mit dem DNK wird die Nachhaltigkeitsleistung von kleinen und großen Unternehmen transparent und vergleichbar. Seine Entwicklung hatte der Nachhaltigkeitsrat im vergangenen Herbst angestoßen. Nach Abschluss einer ausführlichen Dialog- und Praxisphase werden derzeit mögliche Varianten der Kodeximplementierung diskutiert.

Repnik sagte, mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex verfügten Investoren und Finanzanalysten über eine Informationsbasis, ob ein Unternehmen nachhaltig handelt oder nicht. Der Kodex „ermöglicht, dass glaubwürdig nachhaltige Unternehmenspraxis von wirtschaftlichem Erfolg gekrönt wird“ und verschaffe Nachhaltigkeitsvorreitern Wettbewerbsvorteile. Der Ratsvorsitzende rief die deutsche Wirtschaft auf, noch stärker politisch auf einen national und international tragfähigen Rahmen für nachhaltige Wirtschaftsweisen hinzuwirken. Die Märkte der Zukunft bräuchten gleiche Nachhaltigkeitsspielregeln für alle. Sich dafür einzusetzen, sei aus Unternehmenssicht schon aus purem Eigennutz klüger, als unter Zugzwang zu geraten.

Als „nächste Gelegenheit, Politik anzutreiben“, nannte Repnik die kommenden Sommer im brasilianischen Rio de Janeiro stattfindende Weltkonferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung. Die Konferenz müsse auch den armen Ländern Möglichkeiten zum nachhaltigen Wirtschaften eröffnen, sagte der ehemalige Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Scheitere die Weltgemeinschaft an diesem Anspruch, gefährdet das nicht nur das Ziel einer global nachhaltigen Entwicklung. „Dann gefährden wir auch den Wohlstand in den Industrieländern“, so der RNE-Vorsitzende.

Weiterführende Informationen

Der Weg zum nachhaltigen Wirtschaften. Der Weg zum Deutschen  Nachhaltigkeitskodex. Rede von Hans-Peter Repnik, Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung, beim Multistakeholderforum des Nachhaltigkeitsrates am 26.9.2011 in Frankfurt am Main. [PDF, 25 KB]

Dialog „Deutscher Nachhaltigkeitskodex“. Informationen des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

Auf dem Weg zu einem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Entwurf des DNK, Stand: September 2011. [PDF, 163 KB]

Rat eröffnet Dialogverfahren „Deutscher Nachhaltigkeitskodex“. Pressemitteilung des Rates für Nachhaltige Entwicklung, 29.11.2010.

Meldungen zum Thema

„Deutscher Nachhaltigkeitskodex strahlt europaweit aus“ – Interview mit Prof. Alexander Bassen, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg. News Nachhaltigkeit, 23.09.2011.

Verbraucher fordern Nachhaltigkeitstransparenz von Unternehmen. News Nachhaltigkeit, 07.09.2011.

Multistakeholderforum diskutiert „Deutschen Nachhaltigkeitskodex“. News Nachhaltigkeit, 26.07.2011.

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