Direkt zum Inhalt springen

"Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist die einzige Option für verantwortliches globales Handeln, die unsere Ökosysteme schützt und damit das Überleben künftiger Generationen sichert."

Olaf Tschimpke, stellvertretender Vorsitzender des Rates

22.03.2011

Mehr News zum Thema : Medien | Konsum | Umwelt | Kommunikation | Wirtschaft 

„Grüne“ Handy-Programme: Nachhaltigkeit für die Hosentasche

Der Markt für Smartphone-Anwendungsprogramme, sogenannte Apps, brummt. Nach Angaben des IT-Branchenverbands Bitkom wurden im vergangenen Jahr allein in Deutschland rund 750 Millionen der kleinen Programme geladen. Mittlerweile bieten die beiden größten Online-Märkte für solche Programme, „Appstore“ (Apple) und „Android Market“ (Google), nicht mehr nur Spiele oder Nachrichtenangebote, sondern auch einige „grüne“ Anwendungen: Sie helfen beim Energiesparen, weisen den Weg zu fair handelnden Modefirmen oder legen offen, welche Produkte den Nachhaltigkeitsversprechen ihrer Hersteller wirklich genügen. Angeboten werden sie von Unternehmen, Verbänden und Ministerien, und das oft kostenlos. „News Nachhaltigkeit“ hat sich auf den beiden dominierenden App-Märkten umgeschaut und eine Auswahl von  Nachhaltigkeits-Assistenten für die Hosentasche zusammengestellt. Sie sind durchgängig gratis und weitgehend frei von Werbung.

Hilfestellung beim nachhaltigen Einkauf bietet barcoo. Mit dem von vom Berliner Unternehmen checkitmobile angebotenen und gemeinsam mit dem Nachhaltigkeitsprojekt  wegreen entwickelten App können Verbraucherinnen und Verbraucher mit die Kamera ihres Smartphones den Strichcode eines Produktes einscannen und dann Angaben zur Nachhaltigkeitsleistung seines Herstellers abrufen. Der Nachhaltigkeitsstatus der Ware wird durch rote, gelbe oder grüne Ampeln signalisiert. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat wegreen für die Nachhaltigkeitsampel die Auszeichnung „Werkstatt N Projekt 2011“ verliehen.

Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und WWF stellen ihre bereits erprobten Fisch-Einkaufsführer auch als App zur Verfügung. Die Ratgeber erläutern, welche Fischarten Verbraucher bedenkenlos einkaufen und welche sie zum Bestandsschutz besser meiden sollten.

EcoChallenge, ein von Studierenden der Fachhochschule Potsdam entwickeltes Programm, weist mit Infografiken und kurzen Texten Wege zum nachhaltigen Konsum. Das App widmet sich jeder Woche einem neuen Konsumthema und fordert Nutzer zu kleinen Verhaltensänderungen auf.

Welche Obst- oder Gemüsesorten gerade Saison haben und auf regionalen Märkten angeboten werden, zeigt iVeg. Bündnis 90/Die Grünen aus Enger und die Grüne Jugend Kreis Herford präsentieren in der Software mehr als 40 heimische Sorten.

Den Weg zum nächstgelegenen Bio-Laden oder Reformhaus weist der Bio & Naturkost-Finder des deutschen Software-Produzenten Appdreams.de. In der kostenfreien Version werden allerdings nur zwei Geschäfte in der näheren Umgebung des Anwenders angezeigt.

Wie es 76 große Modehersteller wie H&M, C&A oder Jack Wolfskin mit der sozialen Verantwortung gegenüber den Arbeitern ihrer Zulieferfirmen halten, erläutert das App Fair Fashion 2.0 der Schweizer Nichtregierungsorganisation Erklärung von Bern. Für die Firmenbewertung wurden unter anderem die Anerkennung der Arbeitsrechte durch die Unternehmen und ihre Beschaffungspolitik analysiert.

Einen CO2-Rechner zur Ermittlung der eigenen Klimabilanz haben das bayerische Ministerium für Umwelt und Gesundheit und die Initiative „Klimaschutz – das Allgäu handelt“ entwickelt. Der Rechner führt auch CO2-Bilanzen verschiedener Lebensmittel auf.

Beim Sparen von Wärmeenergie unterstützt die Deutsche Energie-Agentur mit einer Heizcheck-App. Mit dem Programm können Hauseigentümer Einsparpotenziale durch Dachdämmung, Verhalten und Anlagentechnik ermitteln und berechnen lassen, wie viel Geld sie dadurch im Jahr sparen können.

Mit dem App Solarchecker des deutschen Solar-Unternehmens SMA Solar Technology können Immobilienbesitzer prüfen, ob sich eine Fotovoltaikanlage auf ihrem Hausdach rentiert und wie viel Strom sie liefern könnte. Die Sonneneinstrahlung am jeweiligen Standort wird aus einer hinterlegten Datenbank ermittelt.

Die Höhe ihres Dauerstromverbrauchs können iPhone-Nutzer mit dem App StandbyCheck kalkulieren. Sie müssen dazu drei Zählerstände innerhalb von 30 Stunden eingeben. Das App der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online erinnert an die Zeitpunkte.

Die Suche nach der nächstgelegenen Recyclinganlage unterstützt der Softwarehersteller Elbatrop Ltd. mit der App Recycling Finder. Laut Herstellerangaben führt das Programm Recyclinghöfe in 14 europäischen Ländern, besonders viele in Deutschland.

Mit der Get-neutral-App können iPhone-Nutzer die Barcodes verschiedener Produkte des täglichen Bedarfs scannen und deren CO2-Bilanz abrufen. Alle so erfassten CO2-Mengen werden durch Investitionen in Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Die anfallenden Kosten übernehmen Partnerunternehmen. Für Verbraucher ist das Angebot der Reutlinger Get-neutral GmbH kostenlos.

Weiterführende Informationen

Barcoo für Android-Smartphone.

Barcoo für iPhones.

WWF-Einkaufsratgeber „Fische & Meeresfrüchte 2010/2011“ für iPhones.

WWF-Einkaufsratgeber „Fische & Meeresfrüchte 2010/2011“ für Android-Smartphones.

Greenpeace Fischratgeber für iPhones.

EcoChallenge-App der Fachhochschule Potsdam für iPhones.

iVeg-App von Bündnis 90/Die Grünen (Enger) und Grüne Jugend Kreis Herford für iPhones.

Bio & Naturkost Finder von AppDreams.de für iPhones.

Fair Fashion 2.0 der Erklärung von Bern für iPhones.

dena-Heizcheck für iPhones.

Erntefrisch-App von What Is It Production Ltd. für iPhones.

Solarchecker des deutschen Unternehmens SMA Solar Technology AG für iPhones.

StandbyCheck von co2online für iPhones.

Recycling Finder der Elbatrop Ltd. für Android-Smartphones.

Get-neutral-App der Get-neutral GmbH zum Abrufen von CO2-Bilanzen für iPhones.

Newsletter-Abo

Interesse an unserem Newsletter? Abonnieren Sie hier die ‚News Nachhaltigkeit‘.