Direkt zum Inhalt springen

"Die Weltgemeinschaft ist seit 1992 der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet – jedes einzelne Land für sich, aber auch gemeinsam, müssen wir dieses Versprechen umsetzen."

Dr. Ursula Eid, Mitglied des Rates

01.10.2010

Mehr News zum Thema : Kommunikation | Lebensstile | Konsum | Strategie | Umwelt 

Aus dem Rat für Nachhaltige Entwicklung

„Zur Nachhaltigkeit gibt es keine Alternative“ – Junge Menschen auf der RNE-Jahreskonferenz über ihre Perspektive auf das Jahr 2050

In was für einer Welt wollen Menschen, die heute noch in der Ausbildung oder am Anfang ihrer Berufslaufbahn stehen, in 40 Jahren leben? Welche Richtung müssen Politik und Gesellschaft ihrer Meinung nach einschlagen, damit Deutschland im Jahre 2050 nachhaltiger ist? Antworten auf diese Fragen haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 20 bis 25 Jahren am Rande der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung gegeben. Der Rat wollte wissen, mit welchen Ideen und Forderungen junge Menschen das Konferenzmotto „Die Uhr neu stellen: 2050“ verbinden. Ihre Antworten zeugen von einem klaren Blick auf aktuelle und künftige Herausforderung der nachhaltigen Entwicklung.
 

Aaron Gabriel-Janowski - Foto: Thomas Wischniewski, © Rat für Nachhaltige Entwicklung

Aaron Gabriel Janowski, Student der Philosophie, Bayreuth. Alter im Jahre 2050: 61 Jahre.
„2050 will ich so leben wie heute – aber mit dem Wissen, dass der Raubbau an der Natur ein Ende gefunden hat. Wichtig finde ich auch eine höhere soziale Durchlässigkeit unserer Gesellschaft. Lebenschancen sollten 2050 nicht mehr vom Einkommen der Eltern abhängen. Chancen für eine größere soziale Mobilität sehe ich im bürgerschaftlichen Engagement, in der gegenseitigen Hilfe von Nachbarn bei der Kinder- oder Hausaufgabenbetreuung zum Beispiel. Die Politik sollte das fördern und den Menschen mehr Zeit dafür einräumen, durch Unterstützung flexibler Arbeitszeiten, Lebensarbeitszeitkonten oder Sabbatjahre.“

Maren Streibel - Foto: Thomas Wischniewski, © Rat für Nachhaltige Entwicklung

Maren Streibel, Studentin der Sprachwissenschaften, Berlin. Alter im Jahre 2050: 62 Jahre.
„Zur Mitte des Jahrhunderts will ich in einem nachhaltigeren Berlin leben, mit begrünten Fassaden, mehr Fahrradwegen und Möglichkeiten zur klimafreundlicheren Ernährung. Insgesamt brauchen wir eine solidarischere Ökonomie. Von Politikerinnen und Politikern erwarte ich, dass sie bis 2050 wirklich für nachhaltige Lösungen streiten und wahrheitsorientiert handeln. Heute konzentrieren sie sich in meinen Augen zu sehr auf die Durchsetzung ihrer Parteilinie, egal, ob die der Nachhaltigkeit nutzt oder nicht.“

Sjann Hempen - Foto: Thomas Wischniewski, © Rat für Nachhaltige Entwicklung

Sjann Hempen, Köchin, Hamburg. Alter im Jahre 2050: 62 Jahre.
„Ich möchte, dass meine Kinder 2050 genau so gut leben können wie ich heute. Dafür müssen wir jetzt Probleme wie den Klimawandel anpacken, durch stärkere Förderung erneuerbarer Energien zum Beispiel. Die Politik sollte außerdem die Macht der Industrie beschränken und sie zu mehr Nachhaltigkeit zwingen. Aufgrund der Endlichkeit natürlicher Ressourcen sehe ich keine Alternative zur nachhaltigen Entwicklung.“

Benjamin Schneider - Foto: Thomas Wischniewski, © Rat für Nachhaltige Entwicklung

Benjamin Schneider, Teilnehmer eines Freiwilligen Sozialen Jahrs, Berlin. Alter im Jahre 2050: 60 Jahre.
„Mein Wunsch für das Jahr 2050: Ich möchte so leben wie heute, aber mit sauberer Energie und dem Wissen, dass für meine Konsumbedürfnisse nicht andernorts Menschen leiden. Mit dem Status quo schaffen wir das nicht, auch wenn einige Entwicklungen schon in die richtige Richtung weisen. Wenn wir echte Nachhaltigkeit wollen, müssen wir die Hürden, die ihr noch entgegenstehen, entschlossener angehen – und das weltweit und sofort.“

Lutz Johannßen - Foto: Thomas Wischniewski, © Rat für Nachhaltige Entwicklung

Lutz Johannßen, Student der Umweltwissenschaften, Lüneburg. Alter im Jahre 2050: 64 Jahre.
„Ehrlich gesagt habe ich mir über mein Leben in 40 Jahren noch keine Gedanken gemacht. Ich hoffe aber, dass Deutschland seine Nachhaltigkeitsziele dann erreicht hat und mehr Menschen als heute aus Überzeugung nachhaltig leben. Die Beziehung von Mensch und Natur muss auf eine neue, tragfähige Basis gestellt werden. Dazu brauchen wir mehr Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung. Sie sollte aber nicht nur Faktenwissen vermitteln, sondern Nachhaltigkeit wirklich erlebbar machen.“

Manuel Koch - Foto: Thomas Wischniewski, © Rat für Nachhaltige Entwicklung

Manuel Koch, Student der Indologie, Würzburg. Alter im Jahre 2050: 62 Jahre.
„2050 will ich beim Konsumieren kein schlechtes Gewissen mehr haben müssen, egal, ob es sich um Energie oder Lebensmittel handelt. Wer mehr Nachhaltigkeit will, muss aber erst einmal mehr junge Menschen für das Leitbild begeistern, sie über entsprechende Bildungsangebote in- und außerhalb der Schule mit ins Boot holen. Beim Nachhaltigkeitsrat fehlt mir dieser Ansatz noch.“

Sarah Fischer - Foto: Thomas Wischniewski, © Rat für Nachhaltige Entwicklung

Sarah Fischer, Studentin der Geografie, Dresden. Alter im Jahre 2050: 60 Jahre.
„Ich fände es schon gut, wenn sich die Erde 2050 noch dreht und ich Sauerstoff nicht in Flaschen kaufen muss. Wollen wir die Erde dauerhaft erhalten, müssen wir sorgsamer mit ihr umgehen und uns bei der Entwicklung von neuen Technologien ein Beispiel an der Natur nehmen – und beispielsweise Autos konstruieren, die mit Sonnenkraft im Tank fahren.“

Patrizia Neuhaus - Foto: Thomas Wischniewski, © Rat für Nachhaltige Entwicklung

Patrizia Neuhaus, Studentin der Agrarwissenschaft, Bonn. Alter im Jahre 2050: 60 Jahre.
„Hoffentlich sind mir 2050 der Kontakt zu anderen Menschen und das Miteinander in der Gesellschaft immer noch wichtiger als materielle Werte. So zu leben, ist in der heutigen Konsumgesellschaft nicht einfach. Soll sich das ändern, müssten Politik und Gesellschaft den Menschen und ihren Begabungen mehr Wertschätzung als heute entgegen bringen. Sie sollten allen Menschen Gelegenheit geben, sich in die Gesellschaft einzubringen und im persönlichen Kontakt mit anderen Menschen etwas zu bewegen.“

Weiterführende Informationen

Die Uhr neu stellen: 2050. Informationen zur Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

Newsletter-Abo

Interesse an unserem Newsletter? Abonnieren Sie hier die ‚News Nachhaltigkeit‘.