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"Nachhaltiges Konsumverhalten wird solange Sache einer engagierten Minderheit bleiben, wie Anreize falsch gesetzt sind und Strukturen es nicht unterstützen."

Prof. Dr. Lucia A. Reisch, Mitglied des Rates

27.07.2010

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Montenegro treibt nachhaltige Entwicklung voran

Montenegro hat das National Council for Sustainable Development (NCSD), den Nachhaltigkeitsrat des Landes, reformiert. Zukünftig soll das Beratungsgremium der Regierung über verbesserte Kompetenzen verfügen. Zudem erhält die montenegrische Regierung bei ihrem Engagement für mehr nachhaltige Entwicklung Unterstützung aus den Niederlanden und Österreich, sowie von lokalen Nichtregierungsorganisationen.

Hauptaufgabe des NCSD ist es, die Regierung Montenegros in Fragen der nachhaltigen Entwicklung des Landes zu beraten. So bewertet das Gremium auch politische Konzepte und Pläne, die anhand der nationalen Strategie für nachhaltige Entwicklung definiert wurden. Nach seiner Reform hat der NCSD zukünftig auch die Aufgabe, die Regierung proaktiv zu den Themen seiner Wahl zu beraten.

Regelmäßige Treffen, die Verschlankung des Gremiums von 45 auf 23 Mitglieder und die Einteilung in Arbeitsgruppen sollen die Leistungen des NCSD künftig optimieren. Die Arbeitsgruppen sind dabei in vier Bereiche eingeteilt: Die Überarbeitung des NCDS-Aktionsplans sowie der Nachhaltigkeitsindikatoren, die Kommunikation mit der Öffentlichkeit, die zukünftige Entwicklung Montenegros und die strategische Umweltprüfung für den Bau des Wasserkraftwerks am Fluss Morača.

Bei der Ausarbeitung und Umsetzung entsprechender Nachhaltigkeitsstrategien, erhält das Büro für nachhaltige Entwicklung der montenegrischen Regierung Unterstützung von außerhalb. So wurde zum Beispiel in Kooperation mit der niederländischen Regierung das Projekt zur „Förderung und Durchsetzung des Konzepts zur nachhaltigen Entwicklung in Montenegro“ gestartet. Ziel dabei ist es, eine nationale Kommunikationsstrategie sowie lokale Strategien zur nachhaltigen Entwicklung zu erarbeiten. Eine ähnliche Kooperation besteht auch mit Österreich. Das montenegrische Büro für nachhaltige Entwicklung unterzeichnete eine Vereinbarung mit der ADA, der „Austrian Development Agency“, über ein Projekt zur Verbesserung der technischen und fachlichen Kapazitäten des Büros. Im Rahmen des 30 Monate laufenden Projekts sollen mit gezielten Trainings und Workshops die Kompetenzen des Büros zur Umsetzung der nationalen Politik für eine nachhaltige Entwicklung gestärkt werden. Zudem soll das Büro befähigt werden, die durch die österreichische Entwicklungszusammenarbeit finanzierten Projekte umzusetzen.

Auch das „Regional Environmental Center for Central and Eastern Europe“ (REC) mit einem Sitz in Montenegro engagiert sich für eine Verbesserung der nachhaltigen Entwicklung des Landes. Das REC ist eine internationale Organisation, die sich auf die Lösung von Umweltproblemen konzentriert. In Montenegro fördert sie die Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Akteuren des Landes, wie zum Beispiel der Regierung, Unternehmen, NGOs und anderen Vertretern aus dem Umweltbereich. Sie treibt außerdem die Beteiligung der Öffentlichkeit in Entscheidungen bei Umweltangelegenheiten voran und regt den freien Informationsaustausch an. Die Organisation bietet dazu Weiterbildungen wie das Seminar „Business success through sustainability“ an. Zielgruppen sind private und öffentliche Unternehmen. So erhalten beispielsweise städtische Unternehmen Beratung zur Wasser- oder Abfallwirtschaft. Ziel des REC ist es, Montenegro durch die Umsetzung der Grundsätze zur nachhaltigen Entwicklung so zu fördern, dass es seinen Platz in der europäischen Gemeinschaft einnehmen kann.

Eine wesentliche Motivation ist die angestrebte Aufnahme in die Europäische Union (EU). Das 2006 unabhängig gewordene Land bereitet sich seit langem auf den Eintritt in die EU vor. 2008 reichte Montenegro seinen Beitrittsantrag für eine EU-Mitgliedschaft ein. Derzeit erarbeitet die Kommission ihre Stellungnahme zu diesem Antrag. Sie soll dem Ministerrat noch in diesem Jahr vorgelegt werden.