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"Die Wirtschaft muss beim Thema Nachhaltigkeit vorangehen – technische Innovationen und gesellschaftliche Verantwortung sind gleichberechtigte Schlüssel für unternehmerischen Erfolg."

Dr. Eric Schweitzer, Mitglied des Rates

06.07.2010

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UNEP-Chef Steiner: Entwicklungsländer offen für „Green Economy“

Die Prinzipien und Ziele nachhaltigen Wirtschaftens haben weltweit Rückenwind. Diese Einschätzung äußerte Achim Steiner, Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Mitte Mai auf einer gemeinsamen Veranstaltung der ständigen Vertretungen Deutschlands und der Republik Jemen bei den Vereinten Nationen (UN). Steiner sagte, nach seiner Beobachtung fühlten sich nicht nur reiche, sondern auch die ärmeren Staaten der Welt der Idee einer „Green Economy“ verpflichtet. Es gebe „keine Zweifel an ihrer Entschlossenheit, einen neuen Ansatz für Wachstum und Entwicklung zu suchen“.

Der deutsche UN-Spitzenpolitiker stützte seine These mit einem Verweis auf die jüngsten, teils erheblichen Nachhaltigkeitsinvestitionen von Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Regierung Chinas etwa, so Steiner, habe in ihren staatlichen Konjunkturprogrammen zur Abfederung der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise rund 218 Milliarden US-Dollar für den Aufbau „grüner“ Infrastrukturen vorgesehen. Südafrika unterstütze mit rund einer Milliarde US-Dollar klimafreundlicheren Bahnverkehr und energieeffiziente Gebäude. Asiatische Staaten wie Kambodscha oder Indonesien wiederum, so Steiner, arbeiteten an langfristigen „Green Economy“-Strategien.

Treiber dieser Entwicklung sind dem ranghöchsten UN-Umweltdiplomaten zufolge „die zunehmenden Beweise des Nutzens ‚grüner’ Investitionen“. Es werde immer deutlicher, dass ein nachhaltiges Wachstum „bessere ökonomische, soziale und ökologische Renditen“ erwirtschafte. Er verwies unter anderem auf die 250.000 Jobs, die in den letzten Jahren in Deutschland durch staatliche Förderung erneuerbarer Energien entstanden sind. „Investoren“, so Steiner, „beobachten solche Trends genau“. So hätten sie 2008 erstmals mehr Geld in die erneuerbare Energieversorgung investiert als in die fossile. Auch in anderen Wirtschaftsbereichen gebe es eindeutige Zeichen. Die Verbrauchernachfrage nach Bio-Lebensmitteln etwa lege jährlich um zehn Prozent zu.

Profitieren, so Steiner, könnten von diesen Trends auch arme Länder. Der wachsende Bio-Markt etwa böte ihnen „zusätzliche Handels- und Einkommensmöglichkeiten“. Laut Steiner stammen 80 Prozent aller weltweit gehandelten Bio-Produkte von Erzeugern aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Dieser Markt, so Steiner, eröffne Erzeugerländern  zugleich „die Gelegenheit, sich aktiv an der Lösung globaler ökologischer Herausforderungen“ zu beteiligen. Als Beispiele nannte er den Schutz des Klimas und natürlicher Ressourcen wie Wasser oder Böden.

Steiner warb für mehr Technologietransfer zwischen reichen Industrienationen und ärmeren  Ländern. Diese sollen helfen, den Umbau der Wirtschaft in eine „Green Economy“ in möglichst vielen Ländern einzuleiten. Große Hoffnungen setzt der UNEP-Chef diesbezüglich in die für 2012 von den Vereinten Nationen geplante Welt-Nachhaltigkeitskonferenz „Rio+20“ im brasilianischen Rio de Janeiro. Ein Leitthema der Folgekonferenz zum ebenfalls in Rio abgehaltenen Erdgipfel von 1992 ist die „Green Economy“.

Weiterführende Informationen

Steiner on Green Economy: Is it a Solution and what are the Implications for Rio+20? Rede von Achim Steiner, gehalten auf Einladung der Ständigen Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Jemen bei den Vereinten Nationen, New York, 17.05.2010.

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