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"Nachhaltig denken heißt in Generationen denken, nicht nur zum eigenen Nutzen, sondern zum Nutzen des Fortbestandes unserer Erde, mit neuen Ideen und Zielen für die Zukunft."

Dr. Heinrich Graf von Bassewitz, Mitglied des Rates

12.05.2010

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Aus dem Rat für Nachhaltige Entwicklung

„Was ihr wollt“: Rat wagt Partizipationsexperiment auf Jahreskonferenz

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung stellt auf seiner 10. Jahreskonferenz am 27. September im Berliner Congress Centrum bcc eine neue Form der Beteiligung vor. Die größte deutsche Tagung zum Thema Nachhaltigkeit bietet ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmern diesmal die Möglichkeit, das Thema eines der sechs Diskussionsforen selbst zu bestimmen. „Was ihr wollt – Das Partizipationsexperiment“ ist eine Antwort des Nachhaltigkeitsrat auf den vielfach an ihn herangetragenen Wunsch nach mehr Interaktivität seiner Jahreskonferenzen. Wie das Experiment funktioniert, erklärt der Moderator des Forums, der Berliner Journalist Markus Heidmeier, im Interview.

Herr Heidmeier, was erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahreskonferenz bei „Was ihr wollt“?

Sie können ihre eigene Expertise einbringen. Der Rat gibt ihnen die Möglichkeit, das Thema eines Fachforums der Jahreskonferenz zunächst selbst via Internet festzulegen, anschließend inhaltlich auszugestalten und schließlich auf der Veranstaltung mit Ratsmitgliedern darüber zu diskutieren. Diese Interaktivität ist neu. Schließlich hat der Rat in den Jahren zuvor die Konferenzagenda immer selbst gesetzt und damit die Federführung behalten. Die gibt er dieses Jahr ein Stück weit ab.

Wie funktioniert die Beteiligung?


Wer sich über die Website des Rates für die Jahreskonferenz anmeldet, wird aufgefordert, sich auch zu einem der sechs Themenforen anzumelden. Die Themen von fünf Foren hat der Rat festgelegt. Im sechsten, dem „Was ihr wollt“-Forum, kann jeder, der daran teilnimmt, selbst ein Thema einbringen, und zwar über ein Online-Forum. Sein Vorschlag ist dort für alle anderen Interessenten sichtbar und kann von ihnen bis zum 30. Juni kommentiert werden. Bis Ende Juni können sie ein zweites Mal über die gesammelten Vorschläge abstimmen und damit das Favoritenthema bestimmen. Um das Thema mit den meisten Stimmen geht es dann am 27. September live in Berlin.

Welche Rolle übernehmen Sie und die Ratsmitglieder dabei?

Ich fasse in der ersten Phase zunächst doppelte Vorschläge zusammen, gebe eventuell auch Impulse für weitere Themen. Anschließend werde ich online gemeinsam mit den angemeldeten Mitgliedern des Forums „Was ihr wollt“ das festgelegte Thema schärfen, also besonders interessante Aspekte oder Fragen ausarbeiten. Die Teilnehmer können in der zweiten Phase ab Juli außerdem aus ihren Reihen zwei Mitglieder bestimmen, die sie auf der Veranstaltung vertreten. Diese sollen während der Jahreskonferenz mit den dann von der Bundeskanzlerin neu berufenen Ratsmitgliedern auf dem Podium diskutieren. Dort werden also Rats- und Forenmitglieder sitzen. Es wird außerdem die Möglichkeit geben, zusätzlichen Sachverstand von außen einzuwerben. Darüber werden die Teilnehmer ebenfalls in der zweiten Phase diskutieren.

Welche Erwartungen haben Sie an Themenwahl und Diskussionskultur?

Ich denke, wir werden sowohl im Online-Forum, als auch auf der Jahreskonferenz eine sehr interessierte und kompetente Teilnehmerschaft haben. Deswegen gehe ich von einer lebhaften und sachkundigen Online-Diskussion aus. Ich meine, dass wir gute Chancen haben, dass das Partizipationsexperiment ein Erfolg wird.

Trotzdem bleibt es ein Experiment, das schiefgehen kann...

Richtig. Aber ich gehe vom besten Fall aus: Heißt, wir haben 30, 40 oder 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die sich darauf einlassen, sich für die vorbereitenden Online-Diskussion begeistern und wirklich mit mir und miteinander kommunizieren. Das halte ich für das wahrscheinlichste Szenario. Der Rat macht schließlich ein interessantes Angebot. Er sagt: „Wir geben euch Raum auf der wichtigsten deutschen Nachhaltigkeitskonferenz – ihr könnt ihn mitgestalten“. Damit stehen die Chancen gut, viele Nachhaltigkeitsinteressierte und ihre Expertise an Bord zu holen.

Über den Fortgang des Partizipationsexperiments wird der Rat für Nachhaltige Entwicklung in seinem Newsletter berichten.

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