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"Eine Welt im Gleichgewicht ist seit 1972 für den Club of Rome eine Notwendigkeit – für unsere Arbeit im Nachhaltigkeitsrat die Herausforderung."

Max Schön, Mitglied des Rates

25.02.2010

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Manager-Boni für gute Nachhaltigkeitsleistungen noch Ausnahme

Bonus-Zahlungen für das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen sind in kapitalstarken europäischen Aktiengesellschaften noch die Ausnahme. Zu diesem Schluss kommt das europäische Forum für nachhaltiges Investment, Eurosif, in einer aktuellen Erhebung, die vom britischen Marktforschungsinstitut Eiris durchgeführt wurde. Die Finanzexperten analysierten die im „Financial Times Stock Exchange Eurofirst 300“ gelisteten Unternehmen. Das sind die nach Börsenwert 300 größten Aktiengesellschaften Europas. Darunter finden sich auch deutsche Konzerne, wie die Allianz, die Deutsche Bank oder Siemens. Laut Eurosif belohnen vor allem Finanzdienstleister Nachhaltigkeitsleistungen ihrer Manager unzureichend.

In der Erhebung heißt es, dass lediglich 16 Prozent der untersuchten Banken die variable Vergütung ihrer Manager an sogenannte ESG-Kriterien knüpfen. Das sind ökologische und soziale Kriterien sowie Aspekte der guten Unternehmensführung. Im Durchschnitt binden quer durch alle Branchen 29 Prozent aller Unternehmen ihre variable Managervergütung an diese Dimensionen unternehmerischen Erfolgs. Über dem Durchschnitt liegen laut Eurosif vor allem Konzerne, die unter Nachhaltigkeitsaspekten zu den kritischen Branchen zählen, also etwa Öl-, Gas- und Chemieunternehmen. Von diesen binde schon jedes Zweite Bonuszahlungen an ein gutes Nachhaltigkeitsmanagement, schreibt die in Paris sitzende Allianz von Investoren, Nichtregierungsorganisationen und Forschungsinstituten.

Eurosif gibt jedoch zu bedenken, dass die Hälfte der untersuchten Aktiengesellschaften, die bereits Nachhaltigkeits-Boni ausschütten, offen lässt, welche konkreten Leistungen damit belohnt werden. Es sei nicht immer klar, inwieweit die Boni mit „weichen“ Kriterien und einer Minimalausschüttung verbunden seien. Das Forum kritisiert das und schreibt, die ESG-Ziele müssten wie andere Managementziele „quantifizierbar, zeitgebunden und nachvollziehbar“ sein. Als gutes Beispiel für transparente Boni führt die Studie das Ausschüttungsmodell des niederländischen Chemie-Multis Akzo Nobel. Der Konzern überlegt demzufolge, einen Teil der Sonderzahlungen für Führungskräfte an die Unternehmens-Platzierung im Dow Jones Sustainability Index zu koppeln, einem nachhaltigkeitsorientierten Aktienindex.

Eurosif-Exekutivdireketor Matt Christensen meint, dass Konzerne ihrem langfristigen Geschäft schaden, wenn sie die variablen Zahlungen nicht an die Nachhaltigkeitsleistung ihrer Manager knüpfen. „Die Verbindung zwischen einer guten Unternehmensführung, einer hohen sozial-ökologischen Leistung und dem langfristigen finanziellen Erfolg eines Konzerns wird zunehmend verstanden“, sagt Christensen. Treiber sind laut Eurosif große Investoren und Nichtregierungsorganisationen.

Weiterführende Informationen

European companies fail to link executive pay to environmental, social, and governance (ESG) performance. Pressemitteilung Eurosif, 26.01.2010. [PDF, 57 KB]

Remuneration Theme Report Eurosif. Januar 2010. [PDF, 1,9 MB]

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