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"Eine Welt im Gleichgewicht ist seit 1972 für den Club of Rome eine Notwendigkeit – für unsere Arbeit im Nachhaltigkeitsrat die Herausforderung."

Max Schön, Mitglied des Rates

08.05.2008

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Nationale Nachhaltigkeitsstrategie: Welche Ampeln stehen auf Rot?

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat einen „Ampelbericht“ vorgelegt. Der Bericht bildet den Umsetzungsstand der 21 Ziele der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie durch Kennzeichnung mit roten, gelben und grünen Ampeln ab. Der Rat macht damit auf den enormen Handlungsbedarf aufmerksam, der sich aus der offenen und klaren Analyse der Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie ergibt. 

Die jetzt erschienene Ratsempfehlung bezieht sich auf Daten, die das Statistische Bundesamt 2006 für die Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht hat. Darauf aufbauend hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung Ist und Soll bewertet und sein Ergebnis in Form von grünen, gelben und roten Ampeln dargestellt. Die Bewertung ergibt, dass fast zwei Drittel der Ampeln zu den 32 Teilindikatoren zu den 21 Zielen der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie auf Gelb oder Rot stehen. Lediglich bei zehn Ampeln gibt es grünes Licht. Zudem sind etliche Indikatoren in ihrer Aussagekraft beschränkt. Der Rat empfiehlt daher in dem Bericht die konkrete Weiterentwicklung bestimmter Teilindikatoren im Rahmen der Fortschreibung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie.  

Nach Ansicht des Rates für Nachhaltige Entwicklung kann die Nachhaltigkeitsstrategie nur wirksamer werden, wenn die Bundesländer und Kommunen mitziehen und Nachhaltigkeit zu einem gesellschaftlichen Anliegen machen. Der „Ampelbericht“ des Rates enthält daher die Selbsteinschätzung einiger Länder, wo sie vom Bundesdurchschnitt positiv abweichen. Dass es tatsächlich eine Vielzahl solcher Abweichungen gibt, interpretiert der Rat als positives Zeichen für die Bandbreite der tatsächlichen Entwicklung, die sich oftmals aus dem Blick auf bundesweite Darstellungen nicht erschließt. Länder, die diese Selbsteinschätzung nicht abgegeben haben, haben auf gravierende Datenprobleme hingewiesen und dass sie mit einer Nennung nicht einem formalen Ranking der Länder-Nachhaltigkeitspolitik Vorschub leisten wollen.

Ferner hat der Nachhaltigkeitsrat auch die 16 Landeshauptstädte nach ihren Aktivitäten zur lokalen Nachhaltigkeitsstrategie und  zu ihren Maßnahmen zur Energieeffizienz gefragt. Der Rat hebt damit die zentrale Rolle hervor, die die Städte bei der Suche nach Wegen und Konzepten zur nachhaltigen Entwicklung spielen. Die Antworten belegen, dass mittlerweile viele wichtige Aktivitäten zur nachhaltigen Entwicklung in den Kommunen verankert sind. Die Herausforderung bleibt jedoch bestehen, eine kohärente und umfassende Strategie auch auf lokaler Ebene zu etablieren.

Mit der Ampel-Bewertung ruft der Rat die Politik auf, die Wirksamkeit und Verbindlichkeit ihrer eigenen Schritte zu einer nachhaltigen Entwicklung mutig zu vergrößern. Die Ampel-Bewertung trägt damit zum öffentlichen Dialog zur Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie durch die Bundesregierung bei.

Weitere Informationen

Welche Ampeln stehen auf Rot? Stand der 21 Indikatoren der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie – auf der Grundlage des Indikatorenberichts 2006 des Statistischen Bundesamtes [PDF, 522 KB]

Stellungnahme des Rates für Nachhaltige Entwicklung,
texte Nr. 22, April 2008

 

Diese Stellungnahme des Rates können Sie ebenfalls mithilfe eines Online-Formulars kostenlos als Broschüre bestellen.

 

Nachhaltigkeitsziele drohen zu scheitern. Pressemitteilung des Rates für nachhaltige Entwicklung, 06.05.2008.

Podcast des SWR3 zum Ampelbericht des Rates für Nachhaltige Entwicklung  incl. O-Tönen von Dr. Volker Hauff und Angelika Zahrnt, 06.05.2008.

 

Themenseite "Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie auf dem Prüfstand: Zu viele rote Ampeln" auf der Website des Rates


Themenseite "Strategie 2008: Jahr 2008 im Zeichen der Nachhaltigkeitsstrategie" auf der Website des Rates