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"Die Diskussion um eine nachhaltige Entwicklung muss jetzt die soziale Dimension stärken - für die Menschen der nächsten Generationen."

Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates

17.10.2007

Air New Zealand will Biokerosin testen

Die neuseeländische Fluggesellschaft Air New Zealand plant einen Testflug mit Biotreibstoff. Die Gesellschaft will damit die Entwicklung von brauchbaren und nachhaltigen alternativen Treibstoffen für die zivile Luftfahrt beschleunigen. Wie Ende September bekannt wurde, ist der Testflug mit einer Boeing 747-400 für die zweite Jahreshälfte 2008 geplant. Von den vier Triebwerken sollen dann drei mit herkömmlichem Kerosin angetrieben werden, das vierte Triebwerk soll mit einem Mix aus Biokraftstoffen und Kerosin laufen. Passagiere werden nicht an Bord sein. Details zum Mischungsverhältnis und dem verwandten Biokraftstoff sollen noch bekannt geben werden. Air New Zealand arbeitet gemeinsam mit dem Triebwerkhersteller Rolls-Royce und dem Flugzeugbauer Boeing an dem Projekt. „Es ist unser kurzfristiges Ziel bei dieser Pionierarbeit, nachhaltige, alternative Biotreibstoffquellen für die heutigen Flugzeuge zu finden“, erklärte Craig Saddler, Präsident von Boeing Australia. Ein wichtiger erster Schritt sei dabei die Identifizierung von Treibstoffquellen, die bessere ökonomische und umweltfreundliche Leistungen für Flugzeuge erbringen, ohne Änderungen an Triebwerken oder der Treibstoff-Infrastruktur vorzunehmen. Boeing will für das zu testende Biokerosin eine „zweite Generation von Methoden“ anwenden, die bei der nachhaltigen Auswahl der Rohstoffquellen und der Treibstoffverarbeitung ansetzen. Der Konzern führt nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit Treibstofflieferanten auf der ganzen Welt, um mögliche Biotreibstoffe ausfindig zu machen, die in ausreichenden Mengen für Labor- und Triebwerkstests vorhanden sind und mit den Luftfahrtauflagen übereinstimmen. Der Chef von Air New Zealand, Rob Fyfe, erklärte, dass Beobachter dieses Projekt noch vor einem Jahr als unrealistisch abgetan hätten. Die Technologie habe sich jedoch so rasant entwickelt, dass nun sehr viel schneller Ergebnisse vorgelegt werden könnten. Bei der weiteren Forschung und Entwicklung will Fyfe auch mit der neuseeländischen Regierung zusammenarbeiten. Die hatte bereits Anfang des Jahres angekündigt, ihr Land möglichst rasch in die Klimaneutralität führen zu wollen. Regierungschefin Helen Clark begründete das damals auch mit dem zunehmenden Druck auf Tourismus und Handel ihres Landes. Die Distanz, die Waren aus Neuseeland zurücklegen müssten, würden ebenso wie die weiten Anreisen der Touristen auf den europäischen Märkten bereits als Argument gegen Neuseeland genutzt, so Clark im Februar. Helen Clark ist dieses Jahr zu Gast auf der siebten Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung und wird dort in einem Beitrag ihre politischen Ziele referieren.