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"Nachhaltig denken heißt in Generationen denken, nicht nur zum eigenen Nutzen, sondern zum Nutzen des Fortbestandes unserer Erde, mit neuen Ideen und Zielen für die Zukunft."

Dr. Heinrich Graf von Bassewitz, Mitglied des Rates

Rat empfiehlt andere Biomasse-Politik

Maisfeld, teilweise abgeerntet

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung fordert die Bundesregierung im Vorfeld der kommenden Internationalen Biodiversitätskonferenz im Mai 2008 in Bonn auf, schädlichen Auswirkungen der Bioenergie-Produktion entgegenzuwirken. Dazu hat der Rat eine Handlungsempfehlung „Schutz der Biodiversität heißt aktuell: Biomasse-Produktion nachhaltig machen“ verabschiedet.

Nach Einschätzung des Rates wird dem Thema über die umweltpolitische Bedeutung hinaus in Zukunft weitere Bedeutung für nationale Politikfelder zukommen, etwa für die Forschungs-, Innovations- und Agrarpolitik, oder im Aufbau neuer, dezentraler Energieversorgungssysteme.

Kritische Stimmen aus der Wissenschaft warnen vor negativen Folgen eines übersteigerten Ausbaus der Biomassewirtschaft für Artenreichtum und Klima. Durch Produktionssteigerungen zur Herstellung von Palmöl, Soja und Zuckerrohr kann es zu ökologisch problematischen Stoffströmen und sozialen Verwerfungen in den Erzeugerländern kommen. Zudem ist das Nachhaltigkeits-Potenzial der 2. Generation von Agrotreibstoffen noch völlig offen.

Der Nachhaltigkeitsrat fordert von der nationalen Politik eine deutliche Senkung der gesetzlich vorgeschriebenen Quote für die Beimischung von Bioenergien zu Kfz-Treibstoffen sowie strenge Maßstäbe für die Überprüfung der Nachhaltigkeit beim Anbau und der Verarbeitung von Biomasse-Produkten. Der Ausbau der Biomasseproduktion ist im Rahmen eines ganzheitlichen Konzeptes für einen klimaschutzoptimierten Einsatz aller Energieträger vorzunehmen und nicht einseitig zugunsten der Agrotreibstoffe.

Der Rat sieht die Notwendigkeit bioenergetische Wertschöpfungskonzepte für den ländlichen Raum zu entwickeln und zu stärken. Der Biomasse kann in dezentralen Energieversorgungssystemen, insbesondere im Wärmemarkt, und im Verbund mit anderen erneuerbaren Energien eine herausragende Rolle zukommen.

Mit Blick auf die global intensivierte Biomassewirtschaft empfiehlt der Rat der Bundesregierung als Gastgeber der 9. Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversität, eine großangelegte Initiative zu einem internationalen Protokoll über Bioenergien nach dem Vorbild des Biosafety-Protocols zu starten.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung setzt sich für eine verstärkte Erforschung von neuen Wegen zum Anbau und zur Nutzung von Bioenergien ein. Er spricht sich für eine umfassende Prüfung aller Energieträger anhand von Nachhaltigkeitskriterien aus.

Diese Empfehlungen des Rates können Sie ebenfalls mithilfe eines Online-Formulars kostenlos als Broschüre bestellen.

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